Remis gegen Frankfurt : Schalke nur theoretisch offensiv

Nach dem überzeugenden Sieg in der Champions League wollte Schalke nun auch in der Liga nachlegen. Doch die Knappen kommen in Frankfurt nicht über ein 0:0 hinaus und haben am Ende sogar Glück, nicht zu verlieren.

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Felix Magath gibt die Richtung vor. Ob sich die Spieler daran halten, ist jedoch die Frage. Foto: dapd
Felix Magath gibt die Richtung vor. Ob sich die Spieler daran halten, ist jedoch die Frage.Foto: dapd

Den Blick auf die Bundesliga-Tabelle hat sich Felix Magath selbst untersagt. „Da schaue ich nicht hin“, beschied Schalkes Trainer-Manager in strengem Ton, „mir ist nur wichtig, dass wir da unten wegkommen. Und dieses Ziel haben wir wieder nicht erreicht.“ Nach dem glücklichen 0:0 bei der Eintracht im Frankfurter Stadtwald kündigte Magath strengere Zeiten für seine Profis an. „Ich habe sehr wohl registriert, dass meine Mannschaft am Mittwoch auf internationaler Bühne deutlich mehr investiert hat. Dann war es offensichtlich ein Fehler, am Donnerstag freizugeben.“ Das werde sich, so Magath, künftig nicht mehr wiederholen, am heutigen Sonntag werde „ganz sicher trainiert“.

Ohnehin verlassen die Schalker Spieler die Rhein-Main-Region vorerst nicht, bis Dienstag sind sie vor den Toren der Stadt einquartiert, um „umfassend zu regenerieren“. Dann steht die DFB-Pokalpartie beim Zweitligisten FSV Frankfurt an. „Finanziell und sportlich sehr wichtig“, sei diese Partie, wie Magath sagte. Und am Bornheimer Hang wäre der mit sechs Punkten und nur einem Sieg aus neun Spielen auf Rang 15 geführte Champions-League-Teilnehmer gut beraten, ein bisschen mehr Spieltrieb und Spielfreude zu entwickeln als an einem nebligen Nachmittag in der Frankfurter Arena, wo es aufgrund der zweiten Halbzeit nur einen Sieger hätte geben dürfen: Die spielfreudigere Eintracht. „Das war eine der besten Leistungen in meiner Amtszeit“, erklärte Trainer Michael Skibbe, „auf diese Darbietung können wir stolz sein.“ Vorstandschef Heribert Bruchhagen, intern als kritischer Geist gefürchtet, sprach gar „von einer der besten Halbzeiten der letzten Jahre, wir haben Schalke klar beherrscht“. In der Tat hätte der Gastgeber aufgrund seines leidenschaftlichen Auftritts und etlicher Großchancen – der ehemalige Schalker Halil Altintop verfehlte in der 68. Minute das leere Tor – eigentlich gewinnen müssen. „Lachen kann ich nur wegen des Punktes und der Tatsache, dass wir das erste Mal zu Null gespielt haben“, führte Magath aus, „der Punktgewinn war gar nicht mal unser Verdienst, wir haben hinten mehr schlecht als recht gestanden.“

Vor allem die Außenbahnen bleiben Schwachstellen seines nach wie vor unfertigen Ensembles, in der Linksverteidiger Lukas Schmitz von einer Verlegenheit in die andere stürzte. „Da waren wir indisponiert“, sagte Magath. Nachdem der Trainer die schwachen Ivan Rakitic und Jurado ausgewechselt hatte, war es mit der Kreativität endgültig vorbei. Und da auch Raúl eine eher traurige Figur abgab, Klaas-Jan Huntelaar kaum brauchbar angespielt wurde, blieb Schalke äußerst harmlos. „Wir mussten zusehen, dass wir hinten den Laden zusammenhalten“, sagte Torwart und Kapitän Manuel Neuer, „den Abwehrspielern wird das Ergebnis Selbstbewusstsein geben.“ Das aber war ein fast schon krampfhaftes Bemühen um positive Ansätze.

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