Remis in Hamburg : HSV beendet Siegesserie von Borussia Dortmund

Der Hamburger SV hat den zuletzt in der Bundesliga viermal siegreichen Dortmundern einen Punkt abringen können. Das überlegene Team von Trainer Jürgen Klopp verzweifelte am Defensivverbund des HSV.

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Hamburgs Mohamed Gouaida und Dortmunds Oliver Kirch (re) kämpfen um den Ball.
Hamburgs Mohamed Gouaida und Dortmunds Oliver Kirch (re) kämpfen um den Ball.Foto: dpa

In seinem bis 2016 laufenden Vertrag gibt es eine spezielle Klausel – sollte der 44 Jahre alte Joe Zinnbauer bei den Profis scheitern, kehrt er dahin zurück, wo er herkam: Zur U-23 in die Regionalliga. Die HSV-Granden um AG-Vorstand Dietmar Beiersdorfer halten viel von Zinnbauer. Doch weil der nachhaltige Aufwärtstrend unter ihm ausgeblieben ist, gibt es immer wieder leise Zweifel, ob Zinnbauer auf seiner ersten Bundesliga-Trainerstation der richtige Mann für den schwierigen HSV ist. Beim 0:0 der Hamburger gegen Borussia Dortmund sammelte Zinnbauer wieder einige Argumente für sich und seine Arbeit. Das torlose Remis war das gerechte Ergebnis eines ereignisarmen Spiels. Dortmund verpasste es, den fünften Sieg nacheinander zu sammeln. Der HSV bleibt im Abstiegskampf, erkämpfte auf der Basis ordentlicher Defensivarbeit immerhin einen Punkt. Dabei war der oft gescholtene Heiko Westermann bester Spieler.

Zurück auf die Bank hieß es für den Doppeltorschützen von Dresden; Ciro Immobile schaute der Partie 75 Minuten von außen zu. Auch Langerak, Blaszczykowski und Kehl fehlten in Trainer Jürgen Klopps Startelf. Für sie kamen Weidenfeller, Sven Bender, Aubameyang und Mkhitarjan in die Partie. Der Oberschenkel von Marco Reus ließ einen Einsatz von Beginn an zu. Allzu schwer scheinen die Nachwirkungen Dennis Erdmanns Tritt aus dem Pokalspiel in Dresden nicht gewesen zu sein. Allerdings sprang bei jedem kleineren Hamburger Vergehen gegen ihn die gesamte Dortmunder Bank auf. Dortmund ist sensibel, was Tritte gegen seinen Star angeht.

HSV-Abwehrchef Djourou musste nach einer Verletzung runter

Der HSV hatte seinen Anführer zurück – der Schweizer Valon Behrami hat seine Knieblessur samt Operation auskuriert. Auch Olic war wieder dabei, ebenso Innenverteidiger Cleber. Langsam kehren alle Verletzten beim HSV zurück. Van der Vaart blieb wie in Frankfurt zunächst Zuschauer. An die Rückkehr Behramis waren viele Hoffnungen geknüpft. „Valon ist unser Chef im defensiven Mittelfeld“, hatte Zinnbauer gesagt, „aber uns ist auch klar, dass er nach so langer Pause nicht 90 Minuten wird durchhalten können.“ Der Schweizer ist ein unangenehmer, harter, oft überharter Gegenspieler. Dem eher braven HSV kann diese Seite aber nicht schaden. Letztlich nahm Zinnbauer ihn akut Rotgefährdet nach einer Stunde aus dem Spiel.

Überlegene Dortmunder versuchten sofort, Zugriff aufs Spiel zu bekommen, allerdings ohne das gewohnte Tempo und die nötige Zweikampfhärte. Alles entwickelte sich gemächlich, weil der HSV zunächst wenig riskierte. Doch nach 20 Minuten nahm die Partie an Fahrt auf. Gouaida hielt den Schuh in eine Hereingabe; der Ball flog über das Tor. In der 25. Minute prüfte Gouaida mit seinem Links-Schuss Weidenfeller. Im Gegenzug kam Dortmund durch Aubameyang zur bis dahin besten Chance: seinen Knaller lenkte Drobny über das Tor. Der HSV hatte zu diesem Zeitpunkt schon umstellen müssen weil Abwehrchef Djourou nach einer Verletzung rausmusste. Zinnbauer stellte um und ließ fortan Cleber neben Westermann in der Mitte spielen. Ronny Marcos übernahm links.

Mit Kampl für den unauffälligen Kagawa startete Dortmund in die zweite Halbzeit. Reus und Aubameyang in der 57. und 62. Minute sowie Stieber für den HSV zwei Minuten später waren einem Treffer nah. Danach schien der HSV mit einem Punkt mehr als zufrieden und zog sich ganz weit zurück. In der zunehmend zerfahrenen Partie verlor Dortmund etwas den Überblick und versäumte den angepeilten späten Siegtreffer.

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