Sport : Rempeln und rasen

Kombinierer Ackermann ist trotz Platz drei sauer, Eisschnellläuferin Friesinger staunt über 30. Erfolg

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Eigentlich hätte Ronny Ackermann nach seinem erneuten dritten Platz zufrieden sein können. Stattdessen war der deutsche Kombinierer nach dem Sprint-Weltcup in Lillehammer stinksauer. „500 Meter vor dem Ziel wollte ich Hannu Manninen in der Abfahrt überholen“, sagte er, „da hat er versucht, mich mit einem Rempler in den Tiefschnee zu drängen.“ Ackermann rächte sich im Zielraum mit einem leichten Schlag mit dem Skistock gegen den Sieger Hannu Manninen. Bei der Siegerehrung verweigerte Ackermann auch noch den Handschlag.

Später versuchte er, seine Aktionen zu erklären. „So unfair darf man nicht laufen“, sagte Ackermann, „da muss die FIS endlich reagieren.“ Die strittige Situation, von der er redete, ist allerdings von keiner Fernsehkamera festgehalten worden. „Deshalb können wir auch niemanden bestrafen“, erklärte Ulrich Wehling, der für die Kombination zuständige Renndirektor des Ski-Weltverbandes. Manninen landete nach der vermeintlichen Rempelei seinen 34. Tageserfolg im Schlussspurt des Sprintrennens vor dem Amerikaner Todd Lodwick und Ackermann. Tags zuvor hatte der Finne überlegen vor dem Österreicher Felix Gottwald gewonnen. Georg Hettich, Jens Gaiser und Sebastian Haseney auf den Plätzen fünf bis sieben komplettierten das hervorragende deutsche Sprint-Ergebnis.

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Martina Ertl-Renz feierte ein gelungenes Jubiläum: Bei ihrem 400. Weltcupstart kam die Skirennläuferin gestern im Super-G in Lake Louise (Kanada) auf Rang vier. Ertl-Renz lag am Ende in 1:22,65 Minuten 0,92 Sekunden hinter der Österreicherin Alexandra Meißnitzer, die vor ihren Teamkolleginnen Andrea Fischbacher und Michaela Dorfmeister gewann. Maria Riesch verpasste im Super-G als 38. zwar die Punkteränge, doch ihr neunter Platz in der Abfahrt ließ alle erst einmal aufatmen. Es sieht so aus, als habe sie ihre Angst nach dem Kreuzbandriss im Januar überwunden. „Das war eine Steigerung. Es geht Schritt für Schritt nach vorne. Und das war ein großer Schritt“, sagte Riesch.

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Anni Friesinger stieß beide Fäuste in die Luft und konnte ihre Zeit gar nicht fassen: Die Olympiasiegerin feierte am Sonntag in Heerenveen mit der besten je im Flachland gelaufenen Zeit den 30. Weltcupsieg ihrer Karriere. Auf ihrer Paradestrecke über 1500 Meter bezwang sie mit dem Bahnrekord von 1:54,66 Minuten die kanadische Weltrekordlerin Cindy Klassen um sechs Hundertstelsekunden. Es war die schnellste Zeit, die jemals außerhalb der beiden Höhenbahnen von Calgary und Salt Lake City erreicht wurde. Claudia Pechstein lief in 1:57,76 Minuten auf Rang fünf. Daniela Anschütz und Sabine Völker kamen auf die Ränge zehn und zwölf.

„Die Zeit hat mich total verblüfft. Ich konnte es kaum glauben, als ich auf die Anzeigetafel schaute“, sagte Friesinger. „Ich bin sehr schnell angegangen und konnte das Tempo auch auf der Schlussrunde mit 31 Sekunden durchstehen“, fügte sie hinzu. „Dieser Sieg tut mir sehr gut, Cindy und ich sind momentan etwas besser als der Rest der Welt“, sagte Friesinger. Im Weltcup baute sie ihren Vorsprung vor Klassen auf 40 Zähler aus. Dass das Eis von Heerenveen mit den Höhenbahnen in Nordamerika mithalten kann, bewies auch der Amerikaner Chad Hedrick. Er stellte über 10 000 Meter einen neuen Weltrekord mit 12:58,35 Minuten auf. Es ist der einzige Weltrekord, der nicht auf den Bahnen von Salt Lake City oder Calgary gelaufen wurde.

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Die deutschen Skispringer dürften den gestrigen Sonntag in keiner guten Erinnerung behalten. Beim Weltcupspringen in Lillehammer haben sie den ersten Dämpfer der olympischen Saison erhalten. 24 Stunden nach seinem vierten Rang kam Michael Uhrmann als bester Deutscher nur auf den 14. Platz. „Wir sind heute nicht so gut mit den Verhältnissen zurechtgekommen“, sagte Bundestrainer Peter Rohwein. Den Sieg sicherte sich der Tscheche Jakub Janda. Mit Sprüngen auf 135,5 und 131,5 Meter verwies er den Norweger Lars Bystöl und den Schweizer Andreas Küttel auf die nachfolgenden Ränge.

„Damit kann ich nicht zufrieden sein“, sagte Uhrmann nach Sprüngen auf 122 und 125,5 Meter. „Er wollte es zu sehr erzwingen“, analysierte Rohwein. Immerhin konnte sich Uhrmann im zweiten Durchgang steigern. Martin Schmitt und Georg Späth waren zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr dabei. Sie verpassten nach Sprüngen auf 120 Meter beziehungsweise 118,5 Meter das Finale. Jörg Ritzerfeld kam auf Platz 24.dpa

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