Sport : Rendezvous mit Athen

Stuttgarts Trainer Magath kehrt zurück in die Stadt seines größten Triumphes

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Berlin (Tsp). Zwanzig Jahre ist das jetzt her. Felix Magath dribbelte entlang der linken Außenbahn, die damals noch niemand Außenbahn nannte, scheinbar unschlüssig, was zu tun sei, und als ihn niemand angreifen mochte, hob der Spielmacher des Hamburger SV den Ball mit seinem linken Fuß hoch in Richtung Tor. Dino Zoff, der italienische Nationaltorhüter von Juventus Turin, hatte wohl mit einer Flanke gerechnet. Magaths Heber aber landete im rechten oberen Tordreieck zum 1:0 für den Hamburger SV, und dabei blieb es. Der große Favorit Juventus mit Stars wie Platini, Rossi und Boniek war geschlagen. Felix Magaths Kunststoß ermöglichte den Hamburgern im Finale um den Europapokal der Landesmeister den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Das war am 25. Mai 1983 im Olympiastadion von Athen.

Zwei Dekaden später kämpft der HSV in der Bundesliga gegen den Abstieg. Zu Magath aber ist der Erfolg zurückgekehrt. Heute feiert er als Trainer des VfB Stuttgart ein Wiedersehen mit der Stadt seines größten Triumphes, wenn auch nicht in der olympischen Arena, sondern im kleineren ApostolosNikolaidis-Stadion. Dort tritt der Bundesliga-Spitzenreiter zum vielleicht schon vorentscheidenden Spiel in der Vorrunde der Champions League an. Ein Sieg heute bei Panathinaikos Athen (20.45 Uhr, live in Premiere) ließe die Qualifikation für die nächste Runde in verführerische Nähe rücken. „Das ist unser großes Ziel, wir wollen unbedingt ins Achtelfinale“, sagt Magath. Understatement ist dem Stuttgarter Trainer fremd. Sorgen bereitet ihm allein der nicht enden wollende Erfolg. Seit über fünf Monaten ist sein VfB in der Bundesliga ungeschlagen, „meine Spieler wissen ja gar nicht mehr, wie es ist zu verlieren“.

Es ist der persönliche Aberglaube, der Magath nach Athen begleitet. Wie schon 1983 steigt er mit seiner Mannschaft im Athenaeum-Intercontinental-Hotel ab. „Das ist ein gutes Omen“, sagt Magath. „Ich verbinde mit Athen immer die besten Gefühle. Das wirkt sich vielleicht auch auf die Mannschaft aus.“ Den Spielertypus Felix Magath verkörpert beim VfB heute der Weißrusse Alexander Hleb. Heute aber kommt es auf einen anderen Mannschaftsteil an. Die Stuttgarter Abwehrreihe dürfte sehr viel mehr zu tun bekommen als beim 2:0-Sieg vor zwei Wochen im Hinspiel. Da schmerzt es Magath, dass Innenverteidiger Marcelo Bordon nach einer Adduktoren-Operation ausfällt.

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