Sport : Rendezvous mit der Vergangenheit

Offenbachs Sportmanager Andreas Möller trifft heute im Pokal auf seinen alten Klub Borussia Dortmund

Die zweite Karriere. Das Hemd spannt sich, das Kinn ist voller geworden, doch am offensiven Fußball hat Andreas Möller auch als Manager in der Drittklassigkeit Spaß. Foto: dpa
Die zweite Karriere. Das Hemd spannt sich, das Kinn ist voller geworden, doch am offensiven Fußball hat Andreas Möller auch als...Foto: dpa

Offenbach - Die Kickers aus Offenbach freuen sich auf das Spiel des Jahres, die Fans träumen von einer Sensation, und auch Andreas Möller kann ein Kribbeln nicht verleugnen. „Das ist natürlich ein besonderes Spiel“, sagt der Sportmanager des Drittligisten Kickers Offenbach. „Normalerweise spielen wir gegen einen Bundesligisten nur in Freundschaftsspielen“, und jetzt geht es im DFB-Pokal nicht gegen irgendeinen. Sondern gegen Borussia Dortmund, den Verein, mit dem Andreas Möller einst die Champions League gewann.

Von 1988 bis 1990 und 1994 bis 2000 absolvierte Möller 228 Bundesligaspiele für die Dortmunder, mit denen er auch noch Pokalsieger und zweimal Deutscher Meister wurde. „ Ich habe auch noch gute Kontakte nach Dortmund“, sagt Möller. Und dass er schon „leicht amüsiert“ auf das Pokallos reagiert habe. Aber er sei nun mal „Angestellter von Kickers Offenbach, und da hoffe ich natürlich, dass wir uns gut aus der Affäre ziehen und Erfolg haben“. Das Stadion am Bieberer Berg wird mit 25 000 Zuschauern ausverkauft sein. „Die Fans kommen, weil sie auf ein Fußball-Wunder hoffen“, sagt Möller. „Wir treffen auf eine übermächtige Mannschaft, die in der Bundesliga on top ist und in der Europa League spielt. Da kann man kaum von einem Kräftemessen sprechen.“ Im vergangenen Februar hatten die Offenbacher schon einmal gegen den BVB gespielt und knapp 1:2 verloren. Gegen die zweite Dortmunder Mannschaft.

Vergessen und vorbei. Unter Trainer Wolfgang Wolf hat sich die vom Sportmanager Andreas Möller zusammengestellte Mannschaft zu einer Spitzenmannschaft der Dritten Liga entwickelt, mit ausgesprochenen Qualitäten in der Offensive. Nach 13 Spieltag stehen die Kickers auf Platz eins der Tabelle.

Ein Einzug ins Achtelfinale würde dem Pokalsieger von 1970 weit mehr als eine halbe Million Euro einbringen. Der Pokal ist für einen Drittligisten eine lukrative Einnahmequelle, aber die Meisterschaft genießt in Offenbach eindeutig Priorität. „Wir haben das Ziel aufzusteigen“, sagt Möller. „Das ist die Pflicht, der Pokal die Kür.“ dpa

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