René Adler zur HSV-Krise : „Wir müssen für den Fußball leben“

Der HSV steckt in der Krise, wieder einmal. Torhüter René Adler erzählt, warum er trotz der Niederlage gegen Hertha BSC zufrieden ist - und warum er schon seit Wochen keine Zeitung mehr liest

Niederlage gegen Hertha ist keine Schande: HSV-Keeper René Adler.
Niederlage gegen Hertha ist keine Schande: HSV-Keeper René Adler.Foto: AFP

Herr Adler, der Hamburger SV hat sich gegen Hertha BSC deutlich besser präsentiert als vor einer Woche beim 1:5 gegen Hoffenheim – und trotzdem wieder verloren.

 Das haben Sie gut zusammengefasst. Wir haben eine ganz andere Hamburger Mannschaft gesehen als vor einer Woche. Die hat gefightet und wollte unbedingt gewinnen. Es ist aber nicht einfach, nach so einem Schuh wie gegen Hoffenheim gegen einen starken Gegner wie Hertha BSC zu bestehen. Deshalb müssen wir trotz der Niederlage das Positive aus diesem Spiel mitnehmen.

 Und das wäre? 

Wir haben kompakt gestanden, vor allem in der ersten Halbzeit relativ wenig zugelassen und uns selbst auch Chancen erspielt. Aber wir müssen solche Chancen auch einfach mal nutzen. Man muss sich das Glück, wie man so schön sagt, mal erarbeiten, man muss es erzwingen. In unserer Situation brauchst du einfach Effektivität und Punkte. Aber so ist das eben im Fußball: Es gibt nicht nur schöne Zeiten. Dem muss man sich stellen. Wir sind schon in dieser Woche näher zusammengerückt, das müssen wir jetzt auch wieder tun.

 Glauben Sie, dass nach dieser Leistung ein wenig Ruhe im Umfeld einkehrt?

 Wissen Sie was? Ich lese schon seit drei Wochen keine Zeitung, und das kann ich meinen Kollegen in einer solchen Situation auch nur empfehlen. Bei allem, was im Umfeld erzählt wird, da sollten wir uns komplett rausnehmen. Wir müssen einfach versuchen, ein positives Denken in den Verein zu kriegen.

 Wie soll das gehen?

 Wir müssen für den Fußball leben. Essen, schlafen, trainieren, runterkommen – und am nächsten Tag alles wieder von vorne. Wir dürfen jetzt nicht verkrampfen und die Lockerheit verlieren. Am Ende ist es immer noch Fußball. Und Fußball soll Spaß machen.

Aufgezeichnet von Stefan Hermanns

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