Sport : Rennen gegen die Fakten

Claus Vetter

gibt Radprofi Hondo trotz Unschuldsbeteuerung keine Chance Natürlich ist Danilo Hondo unschuldig. Wenn es nach dem Rechtsbeistand des Radprofis geht, dann ist er sogar ein Opfer übereifriger Dopingfahnder. Denn Hondos Anwalt Michael Lehner teilt vor der Sportgerichts-Verhandlung des Schweizer Verbandes gegen seinen Mandanten mit, er werde auf Freispruch für Hondo plädieren. Der Fahrer werde per Eidesstattlicher Versicherung bekunden, dass er keine verbotenen Mittel im Körper hatte. „Ich kann handfeste Argumentationen vorbringen, die ich im Detail jetzt natürlich nicht nennen kann“, sagt der Anwalt. Und er meint es ernst.

Nun ist es nicht unüblich, dass Anwälte auch bei erdrückender Beweislast gegen ihre Mandanten auf deren Unschuld plädieren. Im Falle Hondo allerdings ist es abenteuerlich: Der Sprinter vom Team Gerolsteiner war am 14. April mit positiver B-Probe überführt worden, bei der Murcia-Rundfahrt im März das verbotene Aufputschmittel Carphedon eingenommen zu haben. 150 Seiten umfasst der Analysebericht der positiven A- und B-Proben von Hondo. Eindeutiger kann einem Sportler die Einnahme eines Aufputschmittels nicht nachgewiesen werden. Dass Hondo dennoch an Eides statt seine Unschuld beteuern will, ist wohl nur ein Versuch aus Verzweiflung. Der 31 Jahre alte Profi weiß: Verliert er vor Gericht, ist seine Karriere gelaufen, wird er für mindestens zwei Jahre gesperrt. Aber so wird es kommen, Danilo Hondo wird sein letztes Rennen verlieren. Denn ein Anrennen gegen die Fakten ist eben härter als ein Rennen gegen die Zeit. Und aussichtsloser.

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