Sport : Rens Blom ist Hollands erster Weltmeister

Jörg Wenig

Helsinki - Um 21.18 Uhr am Donnerstagabend stand eine der größten Überraschungen der Titelkämpfe von Helsinki fest. Der Sieger im Stabhochsprung hieß Rens Blom. Für die Holländer war es einer der größten Momente der Sportgeschichte. Denn Blom ist der Erste, der für ihr Land eine Leichtathletik-Goldmedaille bei einer Weltmeisterschaft gewann. In einem Wettkampf mit schwierigen Bedingungen – wechselndem Wind, kühlen Temperaturen und Nässe – war der 28-Jährige der einzige Springer, der 5,80 Meter meisterte.

„Ich habe versucht, das schlechte Wetter einfach zu ignorieren. Ich wusste, dass ich eine Chance haben würde, denn viele Topspringer kommen bei solchem Wetter nicht zurecht“, erklärte Blom. Das galt auch für die beiden Deutschen im Finale: Danny Ecker von Bayer Leverkusen blieb gar ohne gültigen Versuch, während Tim Lobinger vom ASV Köln nicht über 5,50 Meter hinauskam.

Indirekt war der Erfolg von Rens Blom auch ein deutscher Erfolg. Denn seit Ende der Neunzigerjahre trainiert der aus Sittard stammende Holländer in Leverkusen, wo er auch wohnt. Trainingspartner sind dort Danny Ecker, Richard Spiegelburg und Lars Börgeling. Sein offizieller Trainer ist seit zwei Jahren Marc Osenberg, der als Manager für ihn und die deutschen Springer arbeitet.

Als Kind hatte Blom verschiedene Sportarten ausprobiert. Mit elf Jahren begann er mit dem Schüler-Mehrkampf. „Doch dann habe ich beim Stabhochsprung zugeschaut und fand das super, die Kombination von Kraft, Schnelligkeit und Explosivität fasziniert mich noch heute.“ Bei seinem ersten Versuch überquerte er schon 2,50 Meter. „Aber der Trainer fand mich mit elf Jahren noch zu jung.“ Inzwischen ist Blom groß genug für den Weltmeistertitel.

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