Sport : Rente mit 72? Niemals!

Joachim Löw hat sich noch nicht entschieden, andere Nationaltrainer schon – ein Überblick

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Carlos Alberto Parreira, Südafrika: War Trainer in Kuwait, in Saudi-Arabien, in Brasilien, in Spanien, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in der Türkei, in den USA und in Südafrika. Jetzt ist Schluss, Parreira geht in Rente.

Javier Aguirre, Mexiko: Wird in Mexiko „el Vasco“, der Baske genannt. Dort könnte es ihn nun theoretisch hin verschlagen, Aguirre trat nach dem Achtelfinal-Aus gegen Argentinien zurück.

Oscar Tabarez, Uruguay: „Der Low-Budget-Trainer. Verdiente bisher rund 200 000 Euro im Jahr, genau so viel wie Englands Trainer Fabio Capello in zehn Tagen. Hat nach Platz vier aber gute Argumente für eine Lohnerhöhung.

Raymond Domenech, Frankreich: Ohne Worte.

Diego Maradona, Argentinien: Er tanzte nur vier Spiele lang, dann kamen Thomas Müller und die deutsche Elf. Das tat seiner Popularität aber keinen Abbruch, bei der Rückkehr forderten 20 000 Fans „Diego 2014“. Hat sich noch nicht entschieden.

Lars Lagerbäck, Nigeria: Bereits gefeuert. Möglicher Nachfolger: Lothar Matthäus.

Huh Jung-Moo, Südkorea: Will sein „Fußballstudium“ wieder aufnehmen, trat deshalb als Nationaltrainer zurück. Gilt als möglicher Neuzugang an der Uni Seoul.

Otto Rehhagel, Griechenland: Wird im August zarte 72. Trat zwar als griechischer Nationaltrainer zurück, sucht aber nach einer neuen Herausforderung.

Fabio Capello, England: Der High-Budget-Trainer. Lacht immer noch über die Bezüge seines Kollegen Tabarez. Er bleibt.

Bob Bradley, USA: Muss Soccer in den USA weiter populär machen. Keine Zeit zum Zurücktreten.

Rabah Saadane, Algerien: War vor der WM schon mehrmals Algeriens Trainer. Bleibt zur Abwechselung erst einmal im Amt, bevor er dann zurücktritt, um kurz darauf wieder zu kommen.

Matjaz Kek, Slowenien: Es gibt aufregendere Posten. Doch Kek liebt die Ruhe. Und bleibt.

Joachim Löw, Deutschland: Der blaue Glückspulli ist bereits im Koffer verstaut, fraglich ob er je wieder angezogen wird.

Pim Verbeek, Australien: Kein zweiter Hiddink, muss deshalb gehen.

Radomir Antic, Serbien: War mal ein gefeierter Held in Serbien. Nach dem blamablen Vorrunden-Aus kürzte Verbandspräsident Karadzic das Gehalt von Antic. Soll heißen: Bitte geh!

Milovan Rajevac, Ghana: Hat einst den hessischen Landesligisten Progres Frankfurt trainiert. Ist sehr zufrieden über seinen Karriereaufstieg und bleibt in Ghana.

Bert van Marwijk, Niederlande: Brach mit dem klassischen 4-3-3, ließ Fußball zum wegschauen spielen – egal, einen so erfolgreichen Trainer feuert man nicht.

Morten Olsen, Dänemark: Ist seit zehn Jahren im Amt. Wüsste nicht, warum er aufhören sollte. Bleibt erst einmal bis 2012, danach ist sicher eine Vertragsverlängerung bis 2020 angedacht.

Takeshi Okada, Japan: In der Tradition seiner Vorfahren, drohte mit Harakiri: „Ich habe nicht genug geleistet und habe hier nichts mehr zu suchen“, sagte Okada nach der Rückkehr. Man will ihm zurufen: Mach es nicht, alles halb so schlimm. Ein Ausscheiden nach Elfmeterschießen ist doch keine Schande.

Paul Le Guen, Kamerun: Ist noch im Amt, Lothar Matthäus hat aber bereits sein Interesse bekundet.

Marcello Lippi, Italien: Will demnächst lieber segeln gehen, hat deswegen sein Amt an Cesare Prandelli weitergegeben.

Gerardo Martino, Paraguay: Verlängerte kürzlichen seinen Vertrag um ganze zwölf Monate bis 2011. Danach ist aber Schluss.

Ricki Herbert, Neuseeland: Hat viel zu tun, ist ja auch noch Trainer von Wellington Phoenix. Macht aber trotzdem als Nationaltrainer weiter – ganz nebenbei.

Vladimir Weiss, Slowakei: Bestrafte die ihm feindlich gesonnenen slowakischen Journalisten, indem er ins Achtelfinale einzog und weiter Nationaltrainer bleibt.

Carlos Dunga, Brasilien: Wollte aus Brasilianern Italiener machen. Ist seit ein paar Tagen arbeitslos.

Kim Jong-Hun: Bisher ist nichts aus Nordkorea über Kims Ablösung durchgedrungen. Matthäus soll sich aber bereits mit den Einreisemodalitäten beschäftigen.

Sven-Göran Eriksson, Elfenbeinküste: „Horny Sven“, wie der Lebemann Eriksson in England genannt wird, entspannt gerade am arabischen Golf. Oder am Golf von Mexiko. Oder am Mittelmeer. Wo auch immer, Zeit hat Eriksson genug, eine Job hat er derzeit nicht.

Carlos Queiroz, Portugal: Versteht sich nicht sonderlich gut mit Ronaldo, machte ihn aber trotzdem zum Kapitän. Traf auch sonst nur wenig gute Entscheidungen. Bleibt zur Belohnung im Amt.

Vicente del Bosque, Spanien: Ist eine Real-Legende, nominierte aber trotzdem den halben FC Barcelona. Wer über seinen Schatten springt, dem ist der Erfolg sicher.

Ottmar Hitzfeld, Schweiz: Fußball ist keine Mathematik und in der Schweiz auch nicht das Wichtigste. Dass Hitzfeld die K.-o.-Runde verpasste, nimmt ihm keiner übel. Bei der kommenden EM kann er es wieder probieren.

Reinaldo Rueda, Honduras: Besitzt ein wunderschönes Strandhaus in Honduras. Zieht nicht gerne um.

Marcelo Bielsa, Chile: Er oder ich! Bielsa ist bekennender Sozialist, Chiles schwerreicher Staatspräsident Sebastian Piñera ihm ein Dorn im Auge. Wird deshalb wohl zurücktreten.

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