Sport : Respekt, bitte!

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Friedhard Teuffel über den Würdenträger KarlHeinz Wildmoser

Ein bisschen mehr Respekt vor Karl-Heinz Wildmoser sollte es schon sein, er ist schließlich eine Amtsperson. Als Fußball-Patriarch des TSV 1860 München hat er zwar abgedankt, aber dafür ist er noch Mitglied der deutschen Fußball-Regierung. Wildmoser sitzt nämlich weiterhin im Vorstand der Deutschen Fußball-Liga (DFL), mindestens noch zwei Wochen. Erst am 31. März wird die Mitgliederversammlung entscheiden, ob Wildmoser noch bis zum Ende der Legislaturperiode im Juni im Amt bleibt.

Nur leider wird Wildmoser im Moment nicht wie ein Würdenträger behandelt, und auch der DFL wird nicht die verdiente Hochachtung entgegengebracht. Sie wird ausgelacht als Klub der Gescheiterten, weil von den zwölf Mitgliedern des Vorstands fünf keine leitende Funktion mehr in einem Verein der Ersten oder Zweiten Liga haben. Präsident Werner Hackmann hat beim Hamburger SV nichts mehr zu sagen, Heiner Bertram ist bei Union Berlin entmachtet worden, ein Mitglied kommt aus einem Regionalligaklub, ein anderes aus einem Oberligaklub. Und nun auch noch Wildmoser.

Doch die DFL und vor allem Wildmoser müssen auf jeden Fall gegen mögliche Angriffe geschützt werden. Denn Wildmosers Amt ist eine große Chance. Er muss nicht mehr als Vereinsmeier den dicken Max machen. Jetzt vertritt er den deutschen Fußball, also ein Ideal. Endlich kann er an die Allgemeinheit denken, nicht nur an seine Münchner Fußballer, seinen Sohn und seine Wirtshäuser. Eine bessere Möglichkeit zur sozialen Integration kann es für ihn nicht geben.

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