Sport : Respekt vor dem Unbekannten

Borussia Dortmund träumt von der Rückkehr in die europäische Fußball-Elite. Nach vielen Rückschlägen will der Weltpokalsieger von 1997 wieder an alte, erfolgreiche Zeiten anknüpfen. Im Viertelfinal-Hinspiel um dem Uefa-Cup gegen Slovan Liberec soll am Donnerstag (20 Uhr 30, live im ZDF) in Prag der Grundstein für ein erfolgreiches Saisonfinale sowohl national als auch international gelegt werden. "Wir haben die große Chance, nach vier Jahren wieder in das Halbfinale eines europäischen Wettbewerbes einzuziehen. Das ist enorm wichtig für die Reputation unseres Klubs", sagt BVB-Präsident Gerd Niebaum.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Obwohl das Provinzteam aus Nordböhmen als Außenseiter gilt, ist die Borussia gewarnt. Immerhin eliminierte der Tabellendritte der tschechischen Liga mit Celta Vigo, RCD Mallorca und Olympique Lyon bereits drei höher eingeschätzte Gegner aus dem Wettbewerb. Vor allem die Heimstärke von Liberec nötigt Respekt ab: In vier Uefa-Cup- Heimspielen gab es vier Siege und 12:2 Tore. Seit 18 Pflichtspielen ist Slovan unbesiegt. "Bei dieser Bilanz erübrigen sich alle Kommentare über die Qualität unseres Gegners", meint Trainer Matthias Sammer.

Auch die beiden tschechischen BVB-Profis Tomas Rosicky und Jan Koller warnen vor dem unbekannten, aber erfolgreichen Team ihres Heimatlandes. Dass die Partie wegen schlechter Platzverhältnisse in Liberec von der Uefa kurzfristig in das 90 Autominuten entfernte Letna-Stadion von Prag verlegt wurde, sehen die Dortmunder nicht als Vorteil. Sammer sagt: "Ähnlich hat Lyon auch gedacht und ist dann an gleicher Stätte baden gegangen." Liberec-Torwart Antonin Kinsky hätte sich den Umzug liebend gern erspart. "In Prag hat keine Mannschaft Heimvorteil, sondern ein Duo: Koller und Rosicky." Die beiden Dortmunder Profis hatten ihre Karriere in der tschechischen Hauptstadt begonnen.

Die Dortmunder üben sich in vorsichtiger Zuversicht. Die Personallage hat sich entspannt. Mit Christoph Metzelder, Lars Ricken, Jörg Heinrich und Rosicky meldeten sich vier Problemfälle rechtzeitig zurück. Und auch der Blick in die Historie verheißt Gutes: Die Borussen siegten schon zweimal in Prag - 1964 mit 4:0 gegen Dukla Prag, 1997 in der Champions League mit 3:0 gegen Sparta Prag.

Nun soll wieder ein Sieg her. Auch aus wirtschaftlichen Gründen. Zwar nehmen die Dortmunder im Rückspiel am 21. März mindestens drei Millionen Euro ein. Doch erst durch den Einzug ins Halbfinale kann der finanzielle Schaden des Ausscheidens aus der Champions League ausgeglichen werden.

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