Resümee : Erste Polizeibilanz: Fans in Berlin meist sehr friedlich

Die Berliner Polizei zieht ein erstes positives EM-Resümee. Zehntausende Fans unterschiedlicher Herkunft feierten auf den Straßen. Es gab nur wenige Festnahmen und Verletzte.

Markus Hesselmann

47000 Fans hat die Polizei bei Jubelfeiern und Autokorsos nach den Vorrundenspielen auf Berliner Straßen gezählt. Beim Public Viewing in Kneipen, Biergärten und Clubs lag die offizielle Zahl alles in allem bei 70000. Insgesamt gab es 85 Anzeigen, 62 Festnahmen und nur einige Handvoll Verletzte, keiner davon schwer. "Das ist so gut wie nichts", sagte ein Polizeisprecher. "Damit können wir sehr zufrieden sein."

In Gegensatz zu anderen Städten in Deutschland gab es in Berlin auch keine vermehrten Beschwerden wegen Ruhestörung. "Die Berliner sind auf solche Ereignisse geeicht", sagte der Polizeisprecher.

Auch nach dem Sieg der russischen Mannschaft am Mittwochabend gab es auf dem Kurfürstendamm wieder einen Autokorso - wie zuletzt schon nach türkischen, kroatischen und  deutschen Erfolgen. Die Russen feierten ihren Sieg über Schweden und den Einzug ins Viertelfinale. Kurz vor Mitternacht zählte die Polizei 350 Fans auf dem Kurfürstendamm, die sich zum Jubelkonvoi trafen.  Um 0.40 Uhr waren die meisten Autos wieder weggefahren. Die Polizisten baten die verbliebenen Fans, die zu Fuß unterwegs waren, nur noch auf dem Gehweg zu feiern. "Die einen oder anderen waren etwas angetrunken", sagte der Polizeisprecher. "Dann wurde die Stimmung etwas aggressiver." Es gab einige Anzeigen, aber keine größeren Zwischenfälle. Um 1.20 Uhr herrschte wieder Ruhe in Charlottenburg, einem Bezirk, in dem traditionell viele Russen wohnen.

Der spanische Sieg gegen Griechenland dagegen lockte niemanden mehr auf die Straße. Das Team war bereits als Tabellenführer für das Viertelfinale qualifiziert. Bei den Griechen gab es bei dieser EM ohnehin nichts zu feiern.

Die nächste Straßenparty steht am heutigen Donnerstagabend an: eine große, falls Deutschland gewinnt, oder eine eher kleinere, falls die Portugiesen es schaffen. Mit Sicherheit laut und bunt wird es am Freitagabend: Dann spielt die Türkei gegen Kroatien im Viertelfinale, und eine der beiden Fangemeinden, in Berlin jeweils in großer Zahl vertreten, wird danach mit Sicherheit auf den Straßen der Stadt und vor allem am Ku'damm hupen und feiern. "Wir sind in jedem Fall gut vorbereitet", sagte der Sprecher der Polizei.

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