Sport : Retter der Bundesliga

Steffen Hudemann

Alle hatten heimlich von den Schlagzeilen geträumt: Werder schlägt Barcelona, Aus für das beste Team der Welt in der Vorrunde. Was wäre das für ein Zeichen gewesen für den viel kritisierten deutschen Vereinsfußball. Doch am Dienstag hat man gesehen, was passiert, wenn Ronaldinho und Freunde ernst machen. Zwanzig Minuten Tempofußball, zwei Tore – und die derzeit spielstärkste Mannschaft der Bundesliga ist erledigt. Für Werder Bremen ist das traurig, dem deutschen Fußball konnte nichts Besseres passieren. Denn die Bremer können ein Unheil abwenden, das der Bundesliga droht: der Verlust eines Startplatzes in der Champions League, sollten Rumänen und Portugiesen in der Fünfjahres-Wertung der Uefa vorbeiziehen.

Die Wertung ist nicht fair, weil Punkte im Uefa-Cup genauso viel zählen wie in der Champions League. Vor allem Rumänien punktet fast ausschließlich im Uefa-Cup. So war Steaua Bukarests Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League die erste für ein rumänisches Team seit zehn Jahren. Die Mannschaft ist wie Bremen Gruppendritter und spielt im Frühjahr im Uefa-Cup weiter. Wo sonst? Für Werder sind Achtungserfolge gegen die ganz Großen jetzt Firlefanz. Bremen muss Deutschlands Verfolger auf Distanz halten. Ein Sieg gegen Sporting Braga oder Dinamo Bukarest zählt genauso viel wie einer gegen Chelsea oder Barcelona. In der Champions League wäre wohl im Achtel- oder Viertelfinale Schluss gewesen, im Uefa-Cup kann Werder bis ins Finale kommen – und sich anschließend einen neuen, ebenfalls schönen Titel auf den Briefkopf setzen: Retter des deutschen Fußballs.

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