Sport : Revolution von innen

Robert Ide

erklärt, was ein Präsident jetzt für den DF B leisten muss Rehhagel? Hiddink? Oder doch irgendwie wieder Völler? Wer Bundestrainer wird, darüber diskutiert das Land. Der Deutsche Fußball- Bund hat andere Sorgen. Für ihn stellt sich die Frage: Zwanziger? Oder doch wieder irgendwie Mayer-Vorfelder? Es geht um die Macht. Und das Ansehen des weltweit größten Fußball-Verbandes.

Was muss ein DFB-Präsident leisten? Er sollte die Interessen der deutschen Ballspieler vertreten und international Einfluss nehmen. Er sollte repräsentabel sein bei der WM 2006 im eigenen Land, aber auch kommunikativ nach innen. In dieser Hinsicht hat Mayer-Vorfelder zuletzt Schwächen gezeigt. Bei der EM in Portugal sortierte er die Ehrentribüne nach seinem Dünkel um, die Trainerfrage machte er zur alleinigen Angelegenheit – bis er damit scheiterte.

Nun sucht die DFB-Spitze gemeinsam einen Trainer für den kurzfristigen Erfolg. Der Verband selbst aber braucht einen Aufbruch über 2006 hinaus – dafür ist Theo Zwanziger womöglich der Richtige. Er ist fähig, die beiden Lager des Fußballs hinter sich zu versammeln: die Basis der Amateure und viele Profivereine. Der akkurate Schatzmeister wirkt zwar wenig glanzvoll – besonders an der Seite des eloquenten Franz Beckenbauer –, doch er kann dem 104 Jahre alten DFB eine Führungsstruktur geben, die modern ist und nicht patriarchisch.

Dem alten Präsidenten trauen das immer weniger zu. Sollte es im Oktober beim DFB-Bundestag zur Kampfabstimmung kommen, könnte es Mayer-Vorfelder so ergehen wie Walther Tröger im November 2002. Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees kandidierte damals mit 73 Jahren nochmals für sein Amt. Als Tröger vor der Mitgliederversammlung für sich warb, klang das für viele wie eine Rede aus längst vergangener Zeit. Tröger wurde abgewählt.

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