Rhythmische Sportgymnastik : Die Zukunft turnt vor

Beim Berlin Masters in der Max-Schmeling-Halle wussten Berlins junge Gymnastinnen zu überzeugen.

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Sich wunderbar elegant und spielerisch leicht über die Matte bewegen, das macht die Rhytmische Sportgymnastik aus.
Sich wunderbar elegant und spielerisch leicht über die Matte bewegen, das macht die Rhytmische Sportgymnastik aus.Foto: dpa

Die Rhythmische Sportgymnastik, kurz RSG genannt, ist nur eine von einer Handvoll Disziplinen unter dem Dach des Berliner Turn- und Freizeitsport-Bundes (BTB). Aber eine, die zunehmend auf sich aufmerksam macht. Das merkt man auch beim in der Max-Schmeling-Halle stattfindenden Berlin Masters. Seit 2001 gastiert hier jährlich die Weltelite und provoziert das Publikum zu Begeisterungsstürmen.

Am Samstag stand der Mehrkampf auf dem Programm, am Sonntag steigen die Einzelfinals mit Reifen, Keulen, Ball und Band. Am Auftakttag beeindruckte vor allem die Erstplatzierte Maria Titowa. Die 17-jährige Moskauerin bewegte sich wunderbar elegant und spielerisch leicht über die Matte. Aber auch die beiden Deutschen Jana Berezko-Marggrander auf Rang drei und Laura Jung auf Rang sechs machten eine gute Figur. „Sie haben gezeigt, dass es nach dem Zwischentief nach London 2012 wieder bergauf geht. Das bleibt schwierig und ist keine Sache von heute auf morgen“, sagt Alexandra Faber. Sie ist im BTB zuständig für den Leistungssport und auf Honorarbasis dazu auch noch Trainerin der Berliner RSG-Juniorinnen-Gruppe. Die macht sich nach Platz zwei bei den deutschen Meisterschaften Hoffnungen auf den deutschen EM-Platz bei den Junioren-Europameisterschaft 2015 in Minsk.

Zwei Qualifikationen gibt es dafür. Die erste, mit 40 Prozent bewertet, fand am Samstag im Rahmen der Masters statt. Die zweite steht im Dezember an. „Ein EM-Ticket unserer Mädchen wäre natürlich gut für unser Standing“, sagt Alexandra Faber. Rhythmische Sportgymnastik zählt in Berlin nicht zu den Schwerpunktsportarten, wird nicht dementsprechend gefördert. Aber es wächst etwas heran. In zwölf Vereinen betreiben rund 600 sechs- bis 14-jährige Mädchen den Sport. „In der Breite sind wir so gut aufgestellt wie noch nie“, sagt Faber.

Drei Berlinerinnen gehören zur Nationalmannschafts-Gruppe, die sich bei der WM 2015 in Stuttgart den olympischen Startplatz für Rio sichern will. Alexandra Tichonovich (13/SC Berlin) war im Juni bei der Junioren-EM in Baku im Einzel vertreten. Sieben Talente wurden an der sportorientierten Poelchau-Schule aufgenommen, obwohl darauf kein offizieller Anspruch besteht.

Derzeit gibt es Gespräche mit den Sportschulen, dem Landessportbund und auch dem Deutschen Turnerbund über die künftige Entwicklung. „Wir haben mit wenigen Mitteln gute Strukturen geschaffen“, sagt Alexandra Faber. „Aber wenn wir jetzt nicht den nächsten Schritt machen, dann werden wir zwar weiterhin einigermaßen gute Gymnastinnen haben. Aber Medaillen bei Weltcups oder Europameisterschaften werden ein Traum bleiben.“ Alexandra Faber hat den Eindruck, ihre Anregungen seinen „sehr positiv aufgenommen worden“. 2017 will Berlin Bundesstützpunkt werden – mit den entsprechenden strukturellen, finanziellen und personellen Folgen. Das Berlin Masters 2014 hat dafür gute Argumente geliefert.

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