Sport : Rhythmuswechsel

BR Volleys besiegen nach einer beeindruckenden Leistungssteigerung Friedrichshafen noch 3:2.

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Der Block steht. Tomas Kmet (links) und Björn Höhne von den BR Volleys versuchen, einen Angriff des VfB Friedrichshafen abzuwehren. Foto: Fotoagentur-Engler
Der Block steht. Tomas Kmet (links) und Björn Höhne von den BR Volleys versuchen, einen Angriff des VfB Friedrichshafen...Foto: Fotoagentur-Engler

Berlin - Gestern morgen hielt Kaweh Niroomand nochmal eine Ansprache an die Mannschaft. „In sehr nettem Ton“, behauptete er. Dazu muss man wissen, dass Niroomand auch sehr deutlich werden kann, wenn er etwas möchte. In offiziell also nettem Ton teilte der Manager der BR Volleys seinen Spielern, laut eigenen Worten, mit: „Ich habe eine Bitte an Euch. Ich möchte nächsten Sonntag nochmal in der Schmeling-Halle spielen.“

Einen halben Tag und einen 3:2 (23:25, 21:25, 25:19, 25:18, 15:12)-Sieg der Volleys später, wusste der Manager, dass sein Wunsch in Erfüllung gehen wird. Im Duell mit dem VfB Friedrichshafen steht es beim Modus „Best of five“ nun 1:1. Am Mittwoch spielen die Volleys aber erst wieder am Bodensee. Nach der Partie stand Lebedew vor einer Sponsorenwand, nahezu emotionslos wie immer, und erklärte: „In jedem Spiel gibt es einen Punkt, in dem das Spiel kippt. Im ersten und im zweiten Satz haben wir ihn nicht genützt, im dritten schon. Da merkte man, dass Friedrichshafen Zweifel hat.“

Aber die größten Zweifel hatten erstmal die Fans der BR Volleys unter den 4367 Zuschauern. Genau gesagt nach der 22:17-Führung ihres Teams im ersten Satz. 22:17, das hatten sie den harten Angriffsbällen eines Urpo Sivula zu verdanken, der auf der Diagonalposition, in der nicht annehmen muss, förmlich auflebt. Und den harten Sprungaufgaben von Scott Touzinsky, der immer stärker die Rolle des Teamleaders ohne Kapitänsbinde ausfüllt. Und auch den Flatterbällen, mit denen Ricardo Galandi aufschlug und die Annahme von Friedrichshafen erheblich unter Druck setzte.

22:17, alles klar also? Nichts war klar. „Im Kopf unserer Spieler ist der Gedanke der Unbesiegbarkeit der Friedrichshafener. Unsere Spieler glauben auch nach dem 25. Punkt noch nicht, dass sie einen Satz gewonnen haben“, sagte Niroomand. Urplötzlich, nach ein paar vergebenen Punkten, kippte der Satz. Die Volleys verkrampften, und Friedrichshafen gewann noch 25:23. Da war er also wieder, der Mythos der Unbesiegbarkeit des VfB. Urpo Sivula, ausgerechnet, demonstrierte am deutlichsten, wie sehr die Volleys ihren Rhythmus verloren hatten. In bester Position wollte er den Ball zu Regisseur Jaroslav Skach pritschen. Stattdessen landete er Ball überm Netz, ein VfB-Spieler musste nur noch verwandeln. „Dieser Gedanke an die Unbesiegbarkeit setzt sich natürlich in den Köpfen fest“, sagte Niroomand. „Der zweite Satz war entsprechend. Und normalerweise ist dann der dritte Satz auch gelaufen.“

Aber gestern war nichts normal. „Wir haben gezeigt, dass wir kämpfen können“, sagte Touzinsky. Er punktete erneut mit harten Sprungaufgaben und guten Angriffen, Sivula fand wieder seine Stärke, Zuspieler Kawika Shoj, für Skach gekommen, führte umsichtig Regie, Außenangreifer Björn Höhne spielte stark im Angriff. Diesmal hielten die Volleys einen souveränen Vorsprung (17:13, 23:18). Auch im fünften Satz lagen sie bald klar in Führung (13:9). „Das ist ein unglaublich wichtiger Sieg“, sagte Touzinsky. „Alle Leute, die von der Bank kamen, haben sofort überzeugt.“

An Touzinskys Trainer hatte Niroomand seine Bitte natürlich nicht gerichtet. Das wäre ja auch unnötig gewesen, betonte Lebedew vor seiner Sponsorenwand. „Ich war immer sicher, dass wir am Sonntag hier nochmal spielen.“ Eine winzige Pause lag dann allerdings vor dem nächsten, fast gemurmelten Satz: „Ich weiß auch nicht, warum.“

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