Sport : Ribbeck hat noch sechs Plätze frei - Kandidaten sind Zickler, Frings oder Ballack

Knapp zwölf Wochen vor Beginn der Fußball-EM in den Niederlanden und Belgien (10. Juni bis 2. Juli) hat Teamchef Erich Ribbeck den Konkurrenzkampf in der deutschen Fußball-Nationalelf neu entfacht. "Es ist ein Blödsinn, sich so früh festzulegen. Denn plötzlich sieht man: Da entwickelt sich ein anderer, mit dem man nicht mehr gerechnet hat. Ich habe zwar 16 Stammspieler. Aber sechs Plätze sind wieder völlig offen", erklärte Ribbeck.

Nach der Niederlage in den Niederlanden (1:2) denkt der Teamchef, der am Donnerstag sein Aufgebot für das Länderspiel am kommenden Mittwoch in Zagreb gegen Kroatien bekannt geben wird, an Spieler wie Alexander Zickler von Bayern München, Michael Ballack (Leverkusen) oder Torsten Frings von Werder Bremen. "Vor einem Monat hat von Zickler niemand gesprochen. Auf einmal nimmt er Carsten Jancker in München fast den Platz weg. Der Ballack spielt im Moment besser als Didi Hamann in Liverpool. Und Wosz, den ich in Kroatien von Anfang an spielen lassen will, reißt momentan auch keine Bäume aus", sagte Ribbeck.

Der Teamchef kündigte aber an, dass es gegen Kroatien keine größeren Überraschungen geben wird. Frings solle wie andere Kandidaten auch zunächst in der "A 2", die am nächsten Dienstag in Offenbach gegen Rußland spielt, weitere internationale Erfahrung sammeln. Auch ein Comeback von Thomas Häßler, der am vergangenen Sonntag beim 1:0 gegen Werder Bremen wieder gute Kritiken erhalten hatte, hielt Ribbeck eher für unwahrscheinlich. Der "Löwen"-Spielmacher sei aber nach wie vor ein Thema, so Ribbeck, und werde weiter intensiv beobachtet.

Sogar Jörg Heinrich vom AC Florenz, der nach seinen katastrophalen Leistungen beim Konföderationen-Cup in Mexiko zuletzt völlig abgeschrieben war, spielt in den Überlegungen des 62-Jährigen plötzlich wieder eine Rolle: "Natürlich überlege ich. Denn im Turnier brauche ich erfahrene Spieler. Deshalb habe ich mir den Spielplan kommen lassen, um ihn vor Ort zu sehen."

Die jüngste Forderung von Leverkusens Torjäger Ulf Kirsten auf einen Stammplatz in der DFB-Auswahl nahm Ribbeck indes gelassen auf. "Er hat doch nur gesagt: ,Ich will nicht als Tourist mitfahren." Wenn 19 Feldspieler mit zur EM kommen, dann ist keiner Tourist. Da haben wir drei Spiele innerhalb von neun Tagen. Da kann man sich ausrechnen, dass fast jeder spielt", kündigte der Teamchef eine EM-Rotation an.

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