• Richthofen ist jetzt auch für Leipzig Sportbund-Chef übt keine Kritik mehr an Olympia-Bewerbung

Sport : Richthofen ist jetzt auch für Leipzig Sportbund-Chef übt keine Kritik mehr an Olympia-Bewerbung

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(ide/dpa). Der organisierte deutsche Sport hat sich demonstrativ hinter die Leipziger Bewerbung für Olympia 2012 gestellt. Die Spiele seien eine einmalige sportliche und gesellschaftliche Chance, „für die sich jede Anstrengung lohnt“, hieß es in einer Erklärung, die am Wochenende in Frankfurt am Main vom Hauptausschuss des Deutschen Sportbundes (DSB) einmütig verabschiedet wurde.

„Es ist eine gute Gelegenheit, den deutschen Sport geschlossen auf die Bewerbung Leipzigs einzuschwören“, sagte Manfred von Richthofen. Der DSBPräsident war zuletzt in die Kritik geraten, weil er nach Personalquerelen, Stasi-Debatten und Finanzskandalen in Leipzig mit einem Rückzug der Bewerbung gedroht hatte. Von Richthofen hatte gesagt, notfalls müsse „die Reißleine gezogen werden“ und war darüber in einen Konflikt mit dem Chef des Nationalen Olympischen Komitees, Klaus Steinbach, geraten.

Am Wochenende nun gab sich von Richthofen versöhnlich. Die Entscheidung für Leipzig als deutscher Olympia-Kandidat sei ein „demonstrativer Brückenschlag von West nach Ost“ gewesen, sagte er. Die Verfehlungen der Vergangenheit seien kein Problem des Ostens gewesen, so von Richthofen, „sondern es lag an handelnden Personen“. Nach den Worten von Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee, der wegen der Finanzaffäre in seinem Rathaus unter Druck geraten war, hat die Bewerbung unter den Debatten der vergangenen Wochen gelitten. Tiefensee sagte: „Wir haben einen beschwerlichen Weg hinter uns und einen beschwerlichen Weg vor uns.“

Vor zwei Wochen hatte der Olympia-Aufsichtsrat die Querelen für beendet erklärt und den Wirtschaftsmanager Peter Zühlsdorff als Sanierer verpflichtet. Bis zum 12. Januar 2004 muss Leipzig nun den Bewerbungsbogen beim Internationalen Olympischen Komitee abgeben. Bis dahin soll die umstrittene Frage der Hotelkapazitäten geklärt und die Bekanntheit Leipzigs gesteigert werden. Zu diesem Zweck hat am Wochenende der Radio- und Fernsehsender „Deutsche Welle“ einen Kooperationsvertrag mit der Bewerbungsgesellschaft geschlossen. Der Kanal will die Stadt mit 600 Werbespots weltweit bekannter machen. Außerdem soll Leipzig an Stelle der Landeshauptstadt Dresden auf der Wetterkarte erscheinen.

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