Sport : Richtiger Mann zur falschen Zeit

Stefan Hermanns

Ob eine Idee gut ist oder nicht, hängt manchmal nur vom richtigen Zeitpunkt ab. Mal angenommen, Jürgen Klinsmann hätte in diesen schwarz- rot-gold-triefenden Wochen bekannt gegeben, dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung dringend einen Sportdirektor benötige und dass er da jemanden kenne, der sich als Spezialist in nachhaltiger Entwicklung ausgezeichnet hat … Hätte es irgendjemand gewagt, Klinsmann diesen Wunsch abzuschlagen? Unserem Klinsi, dem Retter des deutschen Fußballs? Ein Hockeytrainer beim Fußballbund? Egal!

Leider ist die Idee, Bernhard Peters, den Trainer der Hockey-Nationalmannschaft, zum Sportdirektor des DFB zu machen, nicht im Sommer, sondern bereits im Winter 2005 an die Öffentlichkeit geraten. Damals war Klinsmann noch ein Blender mit falschem Wohnsitz und Hang zum Aktionismus, und weil sich die alten Herren im DFB von diesem jung dynamischen Erneuerer wirklich nicht alles gefallen lassen konnten, sabotierten sie seine Idee.

Im Sinne des lieben Friedens haben sie dann noch behauptet, mit Peters über eine Zusammenarbeit verhandeln zu wollen. Passiert ist dies offenbar nicht, auch nicht, nachdem Peters mit anderen Angeboten gewinkt hatte. Eines hat er jetzt angenommen. Peters wird Sportdirektor bei der TSG Hoffenheim, einem – uiuiuiui – Fußballklub, und er wird dort genau das Ressort verantworten, das er auch beim DFB hätte bekommen sollen. Und wenn in ein paar Jahren der erste Hoffenheimer in der Nationalmannschaft spielt – vielleicht denken dann ein paar Leute noch einmal mit ein bisschen Scham an die klein geistige Debatte aus dem Winter 2005 zurück.

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