Sport : Ring frei zur zweiten Runde

DFB-Kontrollausschuss ermittelt gegen Sammer und Stevens

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Frankfurt (Main) (sid/Tsp). Die SchiedsrichterDiskussion im deutschen Profifußball geht in die zweite Runde: Nach den heftigen verbalen Scharmützeln zwischen Unparteiischen und Spielern vor einigen Wochen sorgen nun Konflikte zwischen Referees und Trainern für neuen Zündstoff. Am vergangenen Wochenende wurden mit Matthias Sammer (Dortmund), Huub Stevens (Berlin) und Thomas Schaaf (Bremen) gleich drei Erstliga-Coachs auf die Tribüne verbannt. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) reagierte am Montag auf die Platzverweise für die Wiederholungstäter Sammer und Stevens, forderte beide zu ausführlichen Stellungnahmen auf. Sie müssen zumindest mit einer Geldstrafe rechnen. Gegen Schaaf wird nicht ermittelt.

Knapp zwei Wochen nach dem „runden Tisch“ von Gelsenkirchen, als sich Trainer, Manager und Schiedsrichter in Gelsenkirchen ausgesprochen hatten, schwelt der Konflikt weiter und wurde durch die Vorkommnisse am 15. Spieltag neu angefacht. Während sich die Trainer in der Opfer-Rolle wähnen, fordern einige Schiedsrichter härtere Strafen für bestimmte Trainer. „Wir hätten in Deutschland mehr Disziplin, wenn man das Strafmaß anpasst“, sagte Jürgen Jansen (Essen) im „kicker“. International müssen die Trainer für kleinere Vergehen 30 000 Franken Geldstrafe zahlen und zwei Spiele Sperre absitzen. Jansens Kollege Herbert Fandel (Kyllburg) sagte dazu: „Man sollte nicht vergessen, dass es immer die Gleichen sind. Wenn alle Gespräche nichts nützen, dann muss man die Leute eben richtig packen.“

Sammer, der am „runden Tisch“ nicht teilgenommen hatte, warf Schiedsrichter Merk in Nürnberg „Arroganz“ vor. Stevens sagte: „Ich bin sehr enttäuscht, dass man gegen mich Anklage erhebt, wo ich mich doch nie öffentlich über Schiedsrichter geäußert habe. Wenn man mich wieder zu einer Geldstrafe verurteilt, dann bleibt mir natürlich nichts anders übrig, als das Geld dann doch zu zahlen.“ Der Hertha-Trainer war bereits im DFB-Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen auf die Tribüne geschickt worden und musste damals 3000 Euro zahlen.

Der Termin für eine Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht steht noch nicht fest.

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