Sport : Riskante Reifen

Ferrari hat Probleme mit den Pneus – aber Schumacher will Rekorde brechen

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Zwei Rekorde hat Michael Schumacher in Monaco im Blick: Ayrton Sennas Rekord von sechs Siegen im Fürstentum will er einstellen, und den Rekord von Nigel Mansell mit bisher fünf Siegen zum Saisonstart will er brechen. Nach dem ersten Trainingstag sah es mit Bestzeiten in beiden Sessions auch sehr gut aus – und trotzdem herrscht bei Ferrari eine gewisse Unruhe. Der Grund: Die Reifen – bisher in dieser Saison ein absoluter Erfolgsgarant – bereiten in Monaco erstmals Kopfschmerzen.

Bridgestone scheint hier – gerade über die Distanz, bisher das große Plus – der MichelinKonkurrenz nicht so weit voraus zu sein wie in den letzten Rennen, eher im Gegenteil. Vor allem die Hinterreifen neigten bei Bridgestone etwas zum „Körnen“, das heißt, es bilden sich so genannte Gummiwülste am Reifenrand, was schnelle Rundenzeiten erschwert. Bei der Konkurrenz führte diese Erkenntnis zu einem gewissen Optimismus.

„Ferrari ist zwar hier wieder sehr schnell, aber die Bridgestones halten nicht“, stellte Renault-Pilot Jarno Trulli fest. Trulli ist ein ausgesprochener Monaco-Spezialist und hofft, dass Ferrari „diesmal im Rennen Probleme bekommen wird“. Vergleicht man die Rundenzeiten über eine längere Distanz, erwiesen sich Renault und BAR, aber auch BMW-Williams und McLaren-Mercedes am Donnerstag in Monaco konstanter als die Ferrari, bei denen es doch deutliche Schwankungen gab.

Michael Schumacher drückte sich sehr vorsichtig aus. „Konkurrenzfähig sind wir auf jeden Fall, aber ich weiß nicht, ob wir einen Vorteil haben, dafür habe ich die Zeiten noch nicht genau genug analysiert“, wand er sich am Donnerstagnachmittag ein bisschen – der Blick auf die entsprechenden Tabellen dürfte ihn nicht besonders erfreut haben. Ein wenig deutlicher wurde Ferrari-Technikchef Ross Brawn. „Die Reifenwahl ist ein Lotteriespiel“, gab er zu. Tatsächlich bleiben nur zwei Alternativen: Entweder man riskiert mit aggressiveren Reifen, dass diese auf dieser Strecke schnell abgenutzt werden, oder man geht den sicheren Weg, hat dann aber womöglich im Qualifying Nachteile. So erging es Ferrari zum Beispiel im letzten Jahr, als Schumacher in der Startaufstellung plötzlich nur Fünfter war. Im Rennen reichte es dann nur zu Platz drei.

Riskiert man aber den Reifenabbau im Rennen, besteht wiederum die Gefahr, bei einem Boxenstopp von einem Konkurrenten überholt zu werden. Hinzu kommt bei einer solchen strategischen Entscheidung, dass der Bridgestone in der ersten schnellen Runde gegenüber dem Michelin meistens im Nachteil ist. In Monaco, wo mangels jeder Überholmöglichkeit die Startaufstellung noch wichtiger ist als woanders, kann das entscheidend sein. „Monaco ist vielleicht die beste Chance, Michael zu schlagen“, sagt Juan-Pablo Montoya, der Sieger von 2003. Montoya weiß aber auch: „Sollte Ferrari es schaffen, wieder beide Autos in die erste Reihe zu stellen, dann ist es fast unmöglich, sie zu schlagen.“

Jenson Button, in den letzten Rennen immer wieder der stärkste Gegner von Schumacher, glaubt auch, dass Schumachers Siegesserie „hier in Monaco zu brechen ist“. Michael Schumacher weiß jedenfalls ganz genau, dass er vor keiner leichten Aufgabe steht: „Im Qualifying wird es sicher heiß hergehen, das wird ganz, ganz eng. Und im Prinzip ist das ja wahrscheinlich schon entscheidend für das Rennen.“ Der Sonntag wird zeigen, ob Schumachers Rekordjagd Erfolg hat.

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