Sport : Ristic denkt um

Bleibt Unions Trainer auch im Falle eines Abstiegs?

Karsten Doneck

Berlin. Aleksandar Ristic hatte sich seinen Dienstantritt in Köpenick ganz anders vorgestellt. Drei Spiele, drei Niederlagen – das wurmt den erfahrenen Trainer. Und zwar so sehr, dass er sogar Überlegungen anstellt, dem Fußball-Zweitligaverein 1. FC Union über das Saisonende hinaus treu zu bleiben, sogar im Falle des Abstiegs. „Wenn wir absteigen und ich dann gehen würde, wäre das schlecht. Ich hätte nichts erreicht, nur Misserfolg gehabt. In einer solchen Phase müsste man sich eigentlich verpflichten, etwas zu tun“, sagte Ristic vor dem Spiel seiner Mannschaft am Sonntag (15 Uhr, Stadion Alte Försterei) gegen den 1. FC Nürnberg. Der Vertrag des vor dreieinhalb Wochen verpflichteten Trainers ist zunächst bis zum 30. Juni 2004 befristet.

Es gibt aber handfeste Gründe, die Aleksandar Ristic nachdenklich stimmen. Ihm ist nicht ganz geheuer, wie Unions Zukunftsplanung aussieht, auch unter finanziellem Aspekt. Der Verein besitzt kaum das nötige Geld, um für die Regionalliga eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine zu stellen. Gerade darauf legt der Trainer aber großen Wert. „Mit guter Arbeit könnte man vielleicht schnell den Wiederaufstieg schaffen, aber das setzt eben eine gewisse Qualität bei der Mannschaft voraus. Und ohne Geld lässt sich kaum etwas machen“, sagt Ristic.

Neuerdings kursieren Gerüchte, wonach ein russischer Geschäftsmann interessiert sei, beim 1. FC Union mit einem zweistelligen Millionenbetrag als Investor einzusteigen. Mancher bei Union mutmaßt nun, dass Präsident Jürgen Schlebrowski mit solchen Aussagen in schlechten Zeiten nur ein bisschen gute Stimmung verbreiten möchte. Die nächste Mitgliederversammlung ist eben nicht mehr fern.

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