Sport : Road-Show für jedermann

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Daniel Pontzen erklärt, wieso die Formel 1 für jeden interessant sein muss

Es gibt immer noch Menschen, für die das Ganze ein sehr entbehrliches Spektakel ist. Kein Sport, nur Show, zu laut, zu langweilig. Ausgerechnet jetzt (Wirtschaftskrise, Krieg?, Formel 1Start) drängen sich die rotierenden Metalllawinen wieder Tag und Nacht ins Fernsehbild. Natürlich kann man das blöd finden, aber es wäre ein wenig kurzsichtig. Die Road-Show der umtriebigen Entertainment-Künstler Ecclestone & Mosley, sie hat für alle einen Mehrwert, kein Zweifel.

Zum einen: Trost. Jeder kennt das Gefühl, jeder hasst es. Die Ampel springt auf grün, der Motor stirbt ab, hämische Gesichter stieren durch die Seitenscheibe. Nun: Alles harmlos. Nicht bloß, dass selbiges auch Formel-1-Fahrern passiert. Nein: Während der eigene Opel Rekord nach zweitem Zünden fröhlich weitertuckert, ist für den Herrn Profi der Arbeitstag beendet. Race over.

Außerdem taugt so ein Rennen als Anschauungsunterricht in Sachen defensives Fahren. Während auf deutschen Autobahnen jeder Dritte so dicht auffährt, als wolle er die Tüv-Plakette seines Vorfahrers auswendig lernen oder in dessen Kofferraum parken, sind Überholmanöver in der Formel 1 inzwischen fast tabu. Toll auch das Tanken:100 Liter in sechs Sekunden, weiterdüsen. Ohne zu bezahlen. Auch jenen, die dem Sport jede Sportlichkeit absprechen, bietet das Ganze große Unterhaltung. Schließlich hat so ein Rennen alle Elemente aus dem Programm eines Privatsenders: Baywatch in der Boxengasse, Notruf, Fliegende Ärzte. Wen das alles nicht überzeugt: Das erste Rennen findet hierzulande um 4 Uhr morgens statt. Beim Aufstehen ist alles längst vorbei.

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