Sport : "Rocky" schwitzt nur für den "Iceman"

MICHAEL ROSENTRITT

VON MICHAEL ROSENTRITTEingewickelt in einer roten Couchdecke liegt Graciano Rocchigiani Rede und Antwort.Wenn man das überhaupt so sagen kann im Fall des mitunter eigenwilligen Halbschwergewichtslers.Vorausgegangen war ein sogenanntes Pressetraining in seinem eigenen Gym in Berlin-Neukölln.Das Tapen seiner Hände.Vorgenommen durch Star-Trainer Emanuel Stewart aus dem noch berühmteren Kronk-Gym in Detroit.Anschließend war leichtes Schattenboxen angesagt.Schließlich beorderte Stewart seinen Schützling in den Ring vor die schwarz-roten Lederpratzen.Bald sollte auffallen, daß wir demnächst, am 22.April in der Max-Schmeling-Halle gegen John "The Iceman" Scully (USA), einen anderen "Rocky" sehen werden.Der 1,88 m große Rechtsausleger ist kräftiger, kompakter geworden.Seine Schläge kommen locker und daher sehr wirkungsvoll.Nicht umsonst schwärmt Stewart, der immerhin 20 Boxweltmeister unter seinen Fittichen hatte: "Ich habe keinen Halbschwergewichtler gesehen, der über einen solchen Punch verfügt." Drei Runden also arbeitet "Rocky" am Mann, dann gehts an den Speedball, jenem kleinen, leichten Gerät, welches leicht seitlich über dem Kopf hängend, rhythmisch mit wenig Kraft traktiert werden muß."Rocky" wirkt konzentriert, bis einer seine Kamera zu nah an ihn heranschieb: "Weg da, oder du fliegts raus".Mit knapper Ansage verschafft sich der Boxer Platz."Rocky" halt.Knapp zehn Minuten am Seil bringen wieder Lockerheit."Rocky" - fürs erste geschafft -, legt sich zum Schwitzen und Ausruhen auf eine Bodenmatte."Ich fühle mich gut", erzählt dieser."Ich verdiene viel Geld bei diesem Kampf, darum will ich eine gute Leistung bringen.Denn Scully ist schwerer zu boxen, als die meisten glauben." Ob er noch sauer ist, weil nicht er, sondern Michalczewski gegen Maskes Bezwinger Hill boxen darf? "Mache mir keine Gedanken mehr darüber.Irgendwann treffe ich ihn doch."

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