Rodeln : Auf Angriff gefahren

Rodlerin Hüfner siegt in Königssee, Kircheisen wird Fünfter, drei Langläufer landen unter den besten acht.

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Jubel im Ziel. Tatjana Hüfner dominiert auf dem Kunsteis in Königssee. Foto: dpadpa

Berlin - Sechs Wochen vor Olympia scheint die zweimalige Rodel-Weltmeisterin Tatjana Hüfner nahezu unbesiegbar zu sein. Die 26-Jährige war auch beim Weltcup in Königssee die Schnellste. Hinter der Oberwiesenthalerin vervollständigten Europameisterin Natalie Geisenberger als Zweite, Steffi Sieger als Dritte sowie Anke Wischnewski als Vierte den nächsten Triumph der deutschen Frauen. Den Grundstein für ihren Erfolg legte Hüfner bei leichtem Schneefall im ersten Durchgang. Mit einer fast fehlerfreien Fahrt distanzierte sie ihre Dauerkonkurrentin Geisenberger deutlich. Auch im zweiten Lauf fuhr Hüfner voll auf Angriff. „Ich habe mir am Start gesagt, dass ich erneut alles geben muss. Ich bin immer hochmotiviert, ich bin immer sehr, sehr ehrgeizig“, sagte sie. Mit dem Erfolg am Königssee erhöhte Hüfner ihre Bilanz auf 20 Weltcup-Siege. Mehr Erfolge konnten nur die früheren Ausnahmefahrerinnen Sylke Otto (37) und Silke Kraushaar-Pielach (36) erringen.

In der Doppelsitzer-Konkurrenz konnten nach der verpassten Olympia-Qualifikation Tobias Wendl und Tobias Arlt wieder jubeln: Sie machten vor den Olympia-Zweiten André Florschütz/Torsten Wustlich ihren zweiten Weltcup-Sieg perfekt. Eine Enttäuschung gab es dagegen für Patric Leitner und Alexander Resch. Erstmals überhaupt auf ihrer Heimbahn verpassten die Olympiasieger von 2002 das Podest, sie wurden nur Vierte.

Der Finne Hannu Manninen hat das Weltcuprennen in der Nordischen Kombination in Oberhof gewonnen. Bei seinem zweiten Saisonsieg verwies er nach einem Sprung und dem 10-Kilometer-Lauf in 27:38,6 Minuten den Österreicher Felix Gottwald um 1,1 Sekunden auf Rang zwei. Dritter wurde mit einem Rückstand von 2,4 Sekunden Weltcup-Spitzenreiter Jason Lamy-Chappuis aus Frankreich. Bester Deutscher war Björn Kircheisen aus Johanngeorgenstadt als Fünfter mit 9,6 Sekunden Rückstand. Eric Frenzel aus Oberwiesenthal wurde Zehnter, der Zella-Mehliser Tino Edelamnn 15.

Die deutschen Langläufer haben auch am zweiten Tag der Tour de Ski mit drei Plätzen unter den besten acht überzeugt und damit ihr mannschaftlich bestes Saison-Ergebnis erreicht. Der Norweger Petter Northug gewann in Oberhof beim Handicap-Start über 15 Kilometer im klassischen Stil laut Zielfoto vor dem Russen Maxim Wylegschanin und behauptete die Tour-Führung. Hinter dem drittplatzierten Finnen Matti Heikkinen landeten Tobias Angerer aus Vachendorf, Axel Teichmann aus Bad Lobenstein und der Frankenhainer Jens Filbrich auf den Plätzen fünf, sechs und acht.

Dagegen war das Lob für die deutschen Langläuferinnen für ihr gutes Abschneiden beim Prolog der Tour de Ski am Neujahrstag offenbar verfrüht. Auf der zweiten Etappe am Samstag kam keine DSV-Athletin im 10-Kilometer-Verfolgungsrennen in der klassischen Technik unter die besten 15. Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) verpasste als 16. erneut die Olympia-Norm knapp. Den Sieg und die Führung in der Tournee-Gesamtwertung sicherte sich die Polin Justyna Kowalczyk, die sich vor der Finnin Aino Kaisa Saarinen und Kristin Stoermer Steira durchsetzte.

„Platz 16 kann ich langsam nicht mehr hören. Aber so schlecht war mein Rennen nicht. Ich denke, dass die Olympia-Norm nur noch eine Frage der Zeit ist“, sagte Sachenbacher-Stehle. dpa

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