• Röber warnt vor harten Zyprern - der Verein bereitet sich mittels Video-Studium auf Famagusta vor

Sport : Röber warnt vor harten Zyprern - der Verein bereitet sich mittels Video-Studium auf Famagusta vor

Klaus Rocca

Man merkt es: Viel Geld steht auf dem Spiel. Dementsprechend sind die Vorbereitungen. Jürgen Röber ließ gestern nach dem Training die Mannschaft in den Bus einsteigen und ins Trainingslager an den Beetzsee fahren. Wenig später traf Anorthosis Famagusta in Berlin ein, für den Abend war bereits ein erstes Training im Olympiastadion vorgesehen. Das Ziel Herthas und das des Zyprischen Meisters ist klar: die Champions League. Morgen Abend zu später Stunde wird man wissen, wer sich die besseren Chancen ausrechnen darf. "Ein Sieg mit zwei Toren Unterschied wäre sicherlich eine gute Basis. Es wird aber sehr schwer für uns", meinte Trainer Röber vor dem Qualifikations-Hinspiel der dritten Runde gegen Famagusta (20.45 Uhr, live in der ARD). Das Rückspiel findet am 25. August auf Zypern statt. Dort will Famagusta seine Heimstärke ausspielen, an der auch Slovan Bratislava gescheitert war.

Bei der Generalprobe kam Anorthosis Famagusta zu einem 2:2 gegen Apoel Nikosia. Apoel und der Lokalrivale Omonia sind die beiden Klubs, die Anorthosis meist den Rang abliefen. Dennoch stehen zehn Meistertitel und fünf Pokalsiege auf dem Konto Famagustas. Star ist der Nigerianer Mike Obiku, Torschütze vom Dienst. Er warf Slovan Bratislava mit seinen drei Toren fast allein aus dem Qualifikations-Wettbewerb. Trainiert wird die Mannschaft vom Jugoslawen Dusan Mitosevic, Spielmacher ist dessen Landsmann Sasa Jovanovic. Im UEFA-Pokal hatte es der Karlsruher SC 1997/98 mit Anorthosis Famagusta zu tun und kam äußerst knapp (2:1/1:1) weiter.

Röber wollte die Zyprioten gestern am Beetzsee mit der Mannschaft auf Video studieren. Ein wenig Sorge bereitet ihm die angebliche Überhärte des Gegners. Er konnte den Gegner in den beiden Duellen mit Bratislava studieren, hatte sich dabei allerdings mehr auf den vermeintlichen Favoriten Slovan konzentriert. Morgen sind zudem zwei Spieler dabei, die von der Uefa gesperrt waren und nun wieder mit von der Partie sein dürfen. Doch bei allem Respekt vor dem Kontrahenten hat Röber immer wieder betont: "Die Aufgabe ist lösbar. Es hätte für uns schlimmer kommen können." Vor der Auslosung war Anorthosis Famagusta für die Herthaner ein völlig unbeschriebenes Blatt. Der Hinweis darauf, dass Zypern in der EM-Qualifikation Spanien 3:2 bezwungen hat, muß dem Berliner Bundesligisten keinen Schrecken einjagen. Spaniens Nationalmannschaft hat selten Überdurchschnittliches geboten.

Röber geht davon aus, dass er Sebastian Deisler einsetzen kann, so er wollte. Allerdings hat das große Jungtalent nach seiner Achillessehnen-Verletzung bislang kaum richtig trainiert, also einen konditionellen Rückstand. Ob der ebenfalls angeschlagene Ali Daei (Oberschenkelzerrung) neben Michael Preetz stürmen kann, wird sich möglicherweise erst am Spieltag entscheiden. Die physiotherapeutische Abteilung Herthas ist unermüdlich im Einsatz, um den Iraner hinzubekommen.

Ob morgen im Olympiastadion alle dann zur Verfügung stehenden 55 000 Plätze besetzt sind, ist fraglich. Im Vorverkauf wurden bislang lediglich 36 000 Tickets, einschließlich der 23 000 Dauerkarten, abgesetzt. Offensichtlich ist der Wirrwarr um die Sitzplatz-Kapazität dem Vorverkauf abträglich gewesen. Sicher auch der nicht übermäßig attraktive Gegner und die Fernseh-Originalübertragung. Zudem sitzt das Geld nicht mehr so locker wie früher. Drei Spiele binnen einer guten Woche (Freundschaftsspiel gegen Barcelona, die Partie gegen Famagusta und die Bundesliga-Saisonpremiere am Sonntag gegen Hansa Rostock) gehen doch gehörig an den Geldbeutel. Für das Spiel gegen Rostock wurden bereits mehr als 55 000 Karten verkauft.

Wie viele Karten morgen an den Kassen des Olympiastadions noch angeboten werden, hängt davon ab, wie der Vorverkauf dann gelaufen ist. Die Kassen werden um 18.30 Uhr geöffnet. Die BVG gewährt übrigens wieder allen mit einer gültigen Eintrittskarte kostenlose Fahrt zum und vom Olympiastadion.

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