Sport : Romeo und Jubel

Der HSV-Stürmer trifft zum 2:1 gegen Dnjepropetrowsk

Karsten Doneck

Hamburg. Drei Millionen Euro hat der Hamburger SV in seinem Etat an Einnahmen aus dem diesjährigen Uefa-Cup eingeplant. Netto, versteht sich. Um auf diese Summe zu kommen, ist das Erreichen der dritten Runde Pflicht. Nicht ausgeschlossen, dass beim HSV bald neu kalkuliert werden muss. Schon in der ersten Runde tat sich der Vorletzte der Bundesliga äußerst schwer. Nach dem mageren 2:1 (0:1)–Erfolg gegen Dnjepr Dnjepropetrowsk vor 26 831 Zuschauern in der heimischen AOL-Arena reisen die Hamburger alles andere als entspannt zum Rückspiel am 15. Oktober in die Ukraine. Dietmar Beiersdorfer, der HSV-Sportchef, denkt jedenfalls schon mit einigem Bangen an das beiderseitige Wiedersehen. „Es hat sich gezeigt, dass die auch mal aus Einzelaktionen ein Tor erzielen können“, sagte er.

Wie zum Beispiel Oleg Wenglinski. Der Torjäger von Dnjepropetrowsk war eigentlich krankgemeldet. Er hatte sich unlängst in München an der Leiste operieren lassen. Gegen den HSV lief er überraschend schon wieder auf und zeigte, warum er in der Ukraine bei Abwehrspielern gefürchtet ist. Im Strafraum ließ er auf engstem Raum Ujfalusi aussteigen und schlenzte den Ball geschickt ins Toreck zur frühen 1:0-Führung. Die Leistung des HSV stürzte danach – laut Beiersdorfer – ins „Unterirdische“ ab. Und Trainer Kurt Jara fand: „Wir haben uns in der ersten Hälfte im luftleeren Raum zu Tode kombiniert .“ Selbst sonstige Leistungsträger wie Barbarez und Mahdavikia fächelten dem leblosen Geschehen beim HSV keine Luft zu.

Letztlich half das Glück mit, dass die Gastgeber die Partie so umbogen wie vier Tage zuvor das Bundesligaspiel gegen Rostock. Kostischin ging kurz nach der Pause nach einem Eckball von Mahdavikia im eigenen Strafraum wie ein Torwart mit der Hand zum Ball. Den Elfmeter verwandelte Nico Jan Hoogma so knapp, dass HSV-Kotrainer Manfred Linzmaier schon die Hände über dem Kopf zusammenschlug. Sergej Barbarez, vom Publikum mit „Barbarez raus“-Rufen bedacht, gab seine Antwort auf derlei Schmähungen, indem er das Siegestor mit einer präzisen Flanke vorbereitete. Romeo profitierte davon – und der Jubel war groß.

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