Sport : Ronaldinho? Marta!

Benedikt Voigt bestaunt das schönste Tor der Fußball-WM

Benedikt Voigt

Es ist ein Tor, das vielleicht nur ein Spieler schießen kann, der ein argentinisches oder brasilianisches Nationaltrikot trägt. Ein Tor, das auf der Internetseite Youtube mit den berühmtesten Treffern Maradonas oder Messis mithalten kann, und es geht so: Der Spieler nimmt den Ball an der Strafraumgrenze mit dem Rücken zum Tor stehend an, lupft den Ball hoch, und dann kommt’s. Der Spieler legt den Ball – mit dem Rücken zum Gegner stehend ! – volley mit der Hacke links an ihm vorbei, dreht sich blitzschnell und läuft gleichzeitig rechts vorbei. Er nimmt den Ball wieder an, es folgt noch ein Haken, der nächste Gegner ist ausgetanzt und mit einem Flachschuss der Torwart überwunden. Ein Traumtor, ein Treffer wie er eines Ronaldinhos würdig ist. Zu besseren Zeiten, versteht sich. Doch das Tor stammt nicht von Ronaldinho.

Der Spieler ist eine Spielerin, und sie heißt Marta. Wer sich immer noch nicht für den Frauenfußball begeistern kann, wer glaubt, dass die Tore bei der Weltmeisterschaft in China durch Unvermögen der Torhüter, Fehlpässe oder andere Abwehrfehler fallen, wer den Fernseher nicht einschalten will, wenn die deutschen Fußballspielerinnen am Sonntag im WM-Finale auf Brasilien treffen, dem sei der Treffer der brasilianischen Weltfußballerin Marta zum 4:0 gegen die USA ans Herz gelegt. „Wunderschöne Spiele, wunderschöne Tore“, lautet das Motto der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. Es stimmt.

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