Ronny bleibt bei Hertha : Große Freude und kleines Wagnis

Am Sonntag schienen Hertha BSC und Ronny in ihren Verhandlungen um einen neuen Vertrag für den Brasilianer in Berlin noch weit von einer Einigung entfernt. Dann ging plötzlich alles ganz schnell.

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Reingezimmert. Ronny krönte seine Leistung gegen Braunschweig mit seinem zweiten Freistoßtor zum 3:0.
Reingezimmert. Ronny krönte seine Leistung gegen Braunschweig mit seinem zweiten Freistoßtor zum 3:0.Foto: dpa

Eine Viertelstunde nach dem Abpfiff hatte der auf dem Feld so forsche Peer Kluge wieder in den Bedenkenträgermodus umgeschaltet. Vier Punkte aus sechs Spielen brauche die Mannschaft nach dem 3:0 gegen den ersten Verfolger Eintracht Braunschweig jetzt noch, um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga auch rechnerisch perfekt zu machen, sagte der Mittelfeldspieler von Hertha BSC. „Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen“, fuhr Kluge fort. „Aber mit 51 Prozent sind wir schon aufgestiegen.“ Immerhin, es schien ein Lächeln über sein Gesicht zu huschen.

Es sind euphorische Zeiten, die der Berliner Zweitligist gerade erlebt. Doch die Beteiligten selbst tun sich immer noch ein bisschen schwer mit dem Überschwang, allen voran Trainer Jos Luhukay. Der Holländer bekannte nach dem Sieg gegen Braunschweig, dass er „in den letzten Tagen nicht so das gute Gefühl“ gehabt habe. Luhukay fürchtete den Abgang seines überragenden Spielers Ronny, und die jüngsten Einlassungen von dessen Berater Dino Lamberti in diversen Medien schienen diese Furcht zu nähren.

„Wir haben uns Stand heute nicht geeinigt und suchen jetzt andere Lösungen“, hatte Lamberti noch am Sonntagmittag dem Tagesspiegel gesagt. Ronny sei nicht zufrieden mit Herthas Angebot, er orientierte sich anderweitig, und an lukrativen Angeboten mangele es sowieso nicht. Luhukay war daher „auch etwas überrascht“, als er am Montagnachmittag vor dem Spiel gegen Braunschweig von der plötzlichen Wendung in der Causa Ronny erfuhr. Fünf Minuten vor Spielbeginn verkündete Herthas Stadionsprecher den 50 000 Zuschauern im Olympiastadion, was Manager Michael Preetz noch Minuten zuvor im Fernsehinterview abgestritten hatte: dass der Brasilianer bei Hertha einen neuen Vierjahresvertrag unterschrieben hat. Die Nachricht wurde von ausgelassenem Jubel begleitet.

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Ronny macht Hertha froh. Der Brasilianer war der Hauptdarsteller im Spitzenspiel gegen BraunschweigWeitere Bilder anzeigen
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08.04.2013 22:16Ronny macht Hertha froh. Der Brasilianer war der Hauptdarsteller im Spitzenspiel gegen Braunschweig

Dieser Abend, so viel war schon jetzt klar, konnte kein schlechter mehr werden. Dass er für Herthas Anhänger ein triumphaler werden würde, war auch in der Folge vor allem Ronny geschuldet. „Es war ein toller Abend für Berlin“, sagte Preetz nach dem souveränen Sieg gegen den Tabellenzweiten, „ein toller Tag für Hertha.“ Und für Ronny selbst? „Es war ein sehr hektischer Tag“, antwortete er. Erst am Spieltag erzielten die Verhandlungspartner laut Manager Preetz „den entscheidenden Durchbruch“. Den Ausschlag gab wohl, dass sich Hertha von Sonntag auf Montag noch einmal bewegt hatte und dem Mittelfeldspieler eine längere Vertragslaufzeit anbot. Zuvor war von zwei bis drei Jahren die Rede gewesen, nicht von vier.

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