Rory McIlroy vor den British Open : Null Siege und viele verbogene Schläger

Die Ursachenforschung für die Formkrise des Golfsprofis Rory McIlroy bringt zahlreiche Faktoren zu Tage. Bei den British Open soll nun der sportliche Erfolg zurückkehren.

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Schlechte Aussichten. Der Nordire Rory McIlroy konnte in dieser Saison noch nicht an seine Erfolge aus der vergangenen Saison anknüpfen und machte eher abseits des Golfplatzes Schlagzeilen.
Schlechte Aussichten. Der Nordire Rory McIlroy konnte in dieser Saison noch nicht an seine Erfolge aus der vergangenen Saison...Foto: dpa

Justin Rose gehört seit seinem US-Open-Sieg vor sechs Wochen zum Kreis der Majorsieger. Doch hier in Muirfield, an der schottischen Ostküste blickt der Profigolfer auf die 18 Löcher und weiß: Die Erfolge der Vergangenheit sind erst einmal nichts wert. „Der Platz weiß nicht, wer vor ihm steht“, sagt Justin Rose, „es ist ihm völlig egal.“ Bei den British Open beginnt folglich ab Donnerstag eine neue Chance für alle diejenigen, die genau wie Rose noch mehr Erfolge erreichen wollen. Rory McIlroy ist das durchaus bewusst.

„Es fehlt nicht viel, es muss nur eine Woche gut laufen“, sagte der 24-Jährige am Dienstag, als man ihn noch einmal für seine Verdienste im Jahr 2012 rühmt. Ein Majortitel, Weltranglistenplatz eins, der Erfolg mit dem Ryder-Cup-Team, Champion im Race to Dubai. Es war ein einziger Siegesrausch – und ist so weit weg.

Rory McIlroy zieht die Golfkappe tief ins Gesicht, er ist unsicherer geworden, stiller, ernster. Nur weit draußen auf dem Platz, der mit seinen strohbraunen Fairways eher an die Tundra als an Schottland erinnert, schleicht sich wieder ein Lachen auf sein Gesicht. In diesem Jahr hat er noch nichts gewonnen, nur Schläger hat er voller Ärger auf dem Platz verbogen. Das Image vom unbelasteten Teenager aus Holywood, Nordirland, hat Schaden genommen. Aus dem Ausnahmetalent, das mit leichter Hand die US-PGA-Meisterschaft in Kiawah Island 2012 mit acht Schlägen Vorsprung gewann, ist ein hadernder Sportler geworden. „Ich bin sehr überrascht, dass er nach nur elf Monaten nicht mehr ist, als einer unter vielen“, hat der ehemalige US-Ryder-Cup-Kapitän Paul Azinger gesagt.

Die Ursachenforschung für die Formkrise des Nordiren bringt zahlreiche Faktoren zu Tage. Da ist zum einen der Wechsel seiner Schläger- und Ballmarke. Den idealen Driver hat McIlroy bis dato noch nicht gefunden. Da ist das Jetset-Leben, das er mit seiner Freundin, Tennisstar Caroline Wozniacki seit einiger Zeit führt, sein Umzug nach Florida. An Trainingseifer, so hört man aus seinem Umfeld, habe es der junge Mann zu Beginn des Jahres mangeln lassen. Schließlich ist da sein Entschluss, sich auch als Geschäftsmann international auszurichten. Er hat sein Management verändert, nahezu alle alten Sponsorenverträge gekündigt und mit bekannteren Firmen ersetzt.

Nun muss nur auch der sportliche Erfolg zurückkehren. „Ich bin nah dran, ich habe hart gearbeitet“, sagt Rory McIlroy. Er sieht unsicher aus, als er das sagt, wohlwissend, dass der Erfolgsdruck wächst und wächst. Da draußen auf den engen Fairways von Muirfield könnte er seine Sicherheit wiederfinden. Das Linksgolf auf den hartgebackenen Fairways mit den tiefen Bunkern und der stetigen Brise vom Meer ist ein Spiel, das er seit Ewigkeiten kennt. Es ist das Spiel aus besseren Tage.

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