Sport : Rosarote Perspektiven

Die Eiskunstläufer Sawtschenko/Szolkowy rücken durch Grand-Prix-Finalsieg zum EM-Favoriten auf

Glänzender Auftritt. Aljona Sawtschenko und Robin Szolkwoy sind schon wieder in ausgezeichneter Form. Foto: dpa Foto: dpa
Glänzender Auftritt. Aljona Sawtschenko und Robin Szolkwoy sind schon wieder in ausgezeichneter Form. Foto: dpaFoto: dpa

Peking ­ Zu den Tönen des Klassikers „Der rosarote Panther“ stürmt das Eiskunstlauf-Paar Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy aus Chemnitz von Erfolg zu Erfolg. Der Sieg beim Grand-Prix-Finale über die Erzrivalen Qing Pang/Jian Tong in deren Heimatstadt Peking war mit rund 20 Punkten Vorsprung besonders beeindruckend. „Wir sind sehr froh, dass wir so gelaufen sind, und dass wir in China gewonnen haben, freut mich am meisten“, sagte Sawtschenko nach der temporeichen Kür und strahlte.

Die Chemnitzer Paarläufer haben nach der Olympia-Pleite, als sie im Februar nur die Bronzemedaille holten, neues Selbstvertrauen gewonnen. Zwei überragende Programme machen Hoffnung, dass der rosarote Panther auch bei der Europameisterschaft in Bern im Januar 2011 und bei der Weltmeisterschaft in Tokio im kommenden März am Ende für Gold reichen wird.

Natürlich blicken das ehrgeizige Gespann und Trainer Ingo Steuer nach vorn. „Es waren noch nicht alle Elemente da, und wir können sie auch noch qualitativ besser machen, wie im Training“, sagte Szolkowy. Dabei geht es vor allem um den dreifachen Salchow. Die Chemnitzer riskierten ihn in der Kür am Samstag nach Absprache per Blickwechsel noch mitten im Programm nur in der zweifachen Ausführung.

„Der Salchow ist das nächste Ziel“, bestätigte Steuer, der die Konkurrenten noch lange nicht abschreibt. „Jeder Wettkampf wird neu gemacht. Wenn Pang/Tong alle Elemente gewertet bekommen, sieht es schon anders aus. Wir müssen alles zeigen.“ Im Finale fehlten auch die russischen Europameister Yuko Kavaguti/Alexander Smirnow auf dem Eis, die sich wegen einer Verletzungspause nicht qualifiziert hatten.

Das Finale zeigte aber einmal mehr, dass Sawtschenko/Szolkowy auch unter widrigen Umständen ihre Leistung abrufen können. In der Woche zuvor konnten sie fünf Tage kaum trainieren, weil ihr Gepäck mit den Schlittschuhen auf dem Rückweg vom Grand Prix in Paris verloren gegangen war. „Wir sind jetzt auf alles vorbereitet“, sagte Sawtschenko.

„Sie haben bewiesen, dass sie gerade bei Problemen schon oft nervenstark waren“, lobte Steuer seine Schüler. „Nun hoffen wir, dass unser Gepäck ankommt und wir gut weiterarbeiten können.“ Der nächste Start der zweimaligen Weltmeister ist die deutsche Meisterschaft Anfang Januar in Oberstdorf. In dieser Saison gehen die Chemnitzer lockerer in die Wettkämpfe als im vergangenen Jahr.

Während die Sachsen bereits als Favoriten angereist waren, gab es in den anderen Disziplinen Überraschungen. Die Amerikanerin Alissa Czisny gewann ihren ersten großen Titel vor Europameisterin Carolina Kostner aus Italien. Vize-Weltmeister Patrick Chan aus Kanada stand ebenfalls erstmals bei einem so wichtigen Wettkampf ganz oben auf dem Treppchen, während Weltmeister Daisuke Takahashi als Vierter enttäuschte. Im Eistanz setzten sich erwartungsgemäß die Vize-Weltmeister und Olympia-Zweiten Meryl Davis/Charlie White (USA) vor den Franzosen Nathalie Pechalat/Fabian Bourzat durch. dpa

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