• Roßkopf und Fetzner konnten die mäßige WM-Bilanz des Deutschen Tischtennis-Bundes nicht aufbessern

Sport : Roßkopf und Fetzner konnten die mäßige WM-Bilanz des Deutschen Tischtennis-Bundes nicht aufbessern

Peter Hübner

Das "Invaliden-Duo" Jörg Roßkopf/Steffen Fetzner konnte die mäßige WM-Bilanz des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) nicht aufbessern. Die Weltmeister von 1989, denen es an der Schulter und im Rücken zwickt und zwackt, scheiterten im Achtelfinale der Titelkämpfe von Eindhoven. Das deutsche Vorzeige-Duo vergab bei der 13:21, 23:25-Niederlage gegen die Taiwan-Chinesen Chiang Peng-Lung/Chang Yuan-Su acht Satzbälle im zweiten Durchgang. Die Ehre des DTTB verteidigte die Weltranglistenvierte Jing Tian-Zörner aus Bad Driburg. Sie kämpft als letzte DTTB-Teilnehmerin heute gegen Ryu Ji Hye aus Südkorea um eine WM-Medaille.

Die Qualifikation der gebürtigen Chinesin für das Viertelfinale war eine Ohrfeige für den DTTB. Der Trainerstab hatte vor zwei Jahren die Aufnahme von Jing Tian-Zörner in die Nationalmannschaft wegen "fehlender Perspektiven" abgelehnt. "Ich schaue nicht zurück. Es freut mich, dass ich mich jetzt für Olympia qualifiziert habe", sagte die 36 Jahre alte Abwehrspielerin nach ihrem hart erkämpften 3:1-Sieg gegen die Ungarin Csilla Batorfi. Ihre Chancen gegen Ryu Ji Hye beurteilte sie optimistisch. "Ich habe schon mal gegen sie gewonnen", sagte Tian-Zörner, die 16 Jahre nach ihrem Start für China ihr zweites WM-Turnier bestreitet.

"Wir hatten nur bei einem der acht Satzbälle die Chance auf den Punkt. Das Match war hochklassig, die Niederlage müssen wir akzeptieren", sagte Jörg Roßkopf. Der 30-jährige Düsseldorfer, bei seinem Comeback nach Operationspause bereits in Runde zwei im Einzel ausgeschieden, zog dennoch eine positive WM-Bilanz. "Wir haben sehr gute Ergebnisse erzielt", behauptete der Olympiadritte. Allerdings erreichte keiner der fünf DTTB-Herren das Achtelfinale. Das 18-jährige Talent Timo Boll (Gönnern) scheiterte mit 1:3 in Runde drei am Weltranglisten-Siebenten Kim Taek Soo aus Südkorea.

Trotz der Aussicht auf die erste WM-Medaille in einem Einzelwettbewerb seit dem Gold von Roßkopf/Fetzner 1989 in Dortmund fällt die WM-Bilanz des DTTB zwiespältig aus. Im Vergleich zur WM vor zwei Jahren in Manchester ist kein Fortschritt zu sehen. Zudem muss der DTTB um die Höhe der Fördermittel bangen. Rund 900 000 Mark öffentliche Mittel erhält der Verband nach Angaben von DTTB-Generalsekretär Norbert Englisch. "Die Eingruppierung richtet sich nur nach dem Abschneiden bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Erfolge bei der EM 2000 in Bremen spielen da keine Rolle", sagte Englisch.

Auch die erfolgsverwöhnten Chinesen erlitten gestern erste WM-Rückschläge. Mitfavorit Wang Liqin schied gegen den Fetzner-Bezwinger Damien Eloi (Frankreich) aus. Titelverteidiger Jan-Ove Waldner (Schweden) und Europameister Wladimir Samsonow (Weißrussland) erreichten problemlos das Achtelfinale. Im Gemischten Doppel sind acht chinesische Kombinationen unter sich.

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