Sport : Rostock - Bremen: Orkan fegt über Bremen hinweg

Treten, schlagen, spucken - in den Stadien der Bundesliga geht es immer mehr zu wie bei den Kirmes-Boxern. Im Kampf um Punkte und Prämien fallen bei vielen Profis die Hemmschwellen. Die Leidtragenden sind in der Regel die Stürmer. So wie Hansa Rostocks Victor Agali, der bei Bundesliga-Spielen regelmäßig Tritte abbekommt. Beim 5:2-Sieg der Rostocker gegegn Werder Bremen am Mittwoch wurde der Nigerianer vom Bremer Krstajic per Faustschlag niedergestreckt. Hinter dem Rücken der Schiedsrichter.

Fußball-Oberhaus regelrecht Jagd Als die stürmische Seeschlacht zwischen Hansa Rostock und Werder Bremen geschlagen war, war ausgerechnet der Ex-Bremer Christian Brand der Held des Abends. "Genau so ein Spiel haben wir gebraucht. Wir haben den Ostseeorkan förmlich über die Bremer hinweggeschickt", sagte der kleine Mittelfeldspieler nach dem 5:2 (2:1)-Erfolg triumphierend. Vom damaligen Werder-Coach Felix Magath aussortiert, findet der 28-Jährige nach einem kurzen Intermezzo beim VfL Wolfsburg beim FC Hansa wieder zu alter Stärke.

Was für das gesamte Team der Gastgeber an diesem windigen Abend auf der "Baustelle" Ostseestadion galt. Im exakt 225. Bundesligaspiel gelangen den Mecklenburgern erst zum zweiten Mal fünf Treffer in einer Partie, entsprechend erleichtert war Trainer Friedhelm Funkel: "Wir sind hohes Tempo gegangen und haben endlich einmal unsere Torchancen konsequent ausgenutzt."

Die Treffer von Steffen Baumgart, Rayk Schröder, Mannschaftskapitän Peter Wibran, Brand und Yasser Radwan sorgten bei 12 000 zerzausten Zuschauern für lang anhaltenden Jubel. Dieser Torflut konnten die Gäste nur zwei Treffer von Mladen Krstajicund Claudio Pizarro entgegenstellen. Zudem erwies man sich beim SV Werder als unfairer Verlierer. Die Bremer hatten großes Glück, dass Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) eine Tätlichkeit von Krstajic ebenso übersah wie eine Spuckattacke von Torjäger Rade Bogdanovic. Erst am vergangenen Sonntag beim 2:1-Erfolg gegen den 1. FC Köln war ein Fußtritt des Brasilianers Ailton ebenfalls ungeahndet geblieben.

Die allgemeine Kritik von Bremens Torhüter Frank war deutlich: "Ich habe das fast geahnt. Immer, wenn wir einen Schritt gemacht haben, machen wir wieder zwei zurück. Jetzt hat auch wohl der Letzte begriffen, dass wir nicht um Rang sechs, sondern um die Plätze zehn bis 18 spielen." Keine gewagte Prognose angesichts der noch ausstehenden Auswärtsspiele vor der Winterpause bei den Mitkonkurrenten Energie Cottbus am Sonntag und SpVgg Unterhaching am kommenden Mittwoch.

Hansa Rostock hingegen empfängt zum Jahresausklang am Sonnabend Borussia Dortmund, für Statistiker mit gutem Gedächtnis zum jetzigen Zeitpunkt genau der richtige Gegner. Denn auch gegen die Westfalen hat man schon einmal fünf Bundesligatore erzielt. Am 14. August 1991 gab es gegen den BVB einen 5:1-Sieg, dennoch endete diese Spielzeit seinerzeit mit Rostocks Abstieg in die zweite Liga.

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