Sport : Rostocks Rekord

Auch im zwölften Heimspiel gelingt Hansa kein Sieg

Kerstin Hebeler[Rostock]

Ungewöhnlich lange schwieg Jörg Berger auf die Frage, ob er denn nach dem 0:0 gegen Mönchengladbach noch immer an den Klassenerhalt glaube. „Gute Frage. Ich würde nicht hier vorne sitzen, wenn ich schwierige Aufgaben nicht gewohnt wäre. Aber wir sind diesmal in einer Situation, in der es von Spiel zu Spiel schwieriger wird“, antwortete Rostocks Trainer umständlich. Auch im zwölften Heimspiel konnten die Rostocker nicht gewinnen. Sie übertrafen damit den Negativrekord des 1. FC Saarbrücken aus der Saison 1963/64, dem damals im zwölften Spiel der erste Sieg zu Hause gelang.

Dass die Mannschaft mit dem Unentschieden wohl endgültig den Verbleib in der Bundesliga verspielt hat, wollten jedoch weder Trainer, noch Spieler oder der Vorstand öffentlich eingestehen. Der Frust war den Hansa-Beteiligten dennoch deutlich anzumerken. Schon in der Halbzeitpause wurde Rainer Jarohs, früher selbst Spieler und mittlerweile Vorstandsmitglied, ungewöhnlich laut. „Na klar. Auch Schiedsrichter sind nur Menschen und machen Fehler“, flüchtete sich Jarohs in Sarkasmus nach einem nicht gegebenen Elfmeter für die Rostocker in der 28. Minute. Auch Berger war außer sich: „Nur eine Minute nachspielen lassen. Bei so vielen Auswechslungen!“, rief er Schiedsrichter Hermann Albrecht hinüber und knallte die Kabinentür zu.

Doch eine hinreichende Erklärung für Rostocks Niedergang sind die Schiedsrichterentscheidungen nicht. Zum tristen Bild gehören glücklose, unmotivierte und undisziplinierte Spieler. Der fristlosen Entlassung Razundara Tjikuzus wegen wiederholten unentschuldigten Fehlens beim Training folgte die vorläufige Freistellung von René Rydlewicz. Ihm wird vorgeworfen, vor zwei Auswärtsspielen in der vergangenen Saison die Nächte durchzecht zu haben. Eine andere Version lautet: Er sei aus dem Rotlichtmilieu erpresst worden, was Rydlewicz dementierte. Zu den anderen Vorwürfen hat Rydlewicz bisher geschwiegen, wie Klubchef Wimmer sagte. „Wir haben ihn aufgefordert, sich bis zu einem gewissen Zeitpunkt schriftlich zu erklären. Danach werden wir weitersehen.“

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