Sport : Rot schlägt Blau

Roy Makaay trifft zum 1:0-Sieg des FC Bayern im 198. Stadtderby beim TSV 1860 München

Daniel Pontzen

München. Natürlich gehörte die kleine Provokation zum groß angelegten Ballyhoo des TSV 1860 im Vorfeld des Derbys, doch irgendwie musste man Falko Götz seinen Beitrag abnehmen. Ihm würde das keinen Spaß machen, Bayern Fan zu sein, sagte der Trainer, jedes Jahr wollen die Meister werden, da gebe es keine Abwechslung, keine Spannung. Sein Verein braucht sich diesen Vorwurf nicht gefallen lassen. Nie konnten die Sechzig-Fans in den letzten Jahren ahnen, ob ihr Klub am Saisonende nun Achter, Neunter oder Zehnter würde.

Nach der 198. Auflage des Münchner Stadtchampionats haben sich die bekannten Verhältnisse gefestigt. Die Bayern halten durch den 1:0-Sieg den Abstand zur Spitze konstant, 1860 hat sich in der Tabellenregion eingenistet, in der sich die Blauen inzwischen sehr heimisch fühlen dürften.

Das Ergebnis erzählt allerdings nur einen kleinen Ausschnitt der Geschichte des Spiels, jenen nämlich, der die Bayern als Mannschaft ausweist, „die uns in Sachen Erfahrung und Coolness weit voraus“ ist, wie Götz ernüchtert feststellte. Er hätte auch sagen können, dass die Bayern vor allem in der Kategorie Glück überlegen waren. „Unerklärlich“ erschien Ottmar Hitzfeld die schwache Leistung seines Teams gerade in der ersten Halbzeit, „selbst einfachste Pässe kamen nicht an“, zudem habe er „überhaupt keine Derbystimmung auf dem Platz“ ausmachen können. Dies konnte er allerdings nur seinen eigenen Angestellten vorhalten, die mit einer ähnlichen Leistung in der vorentscheidenden Champions-League-Partie am Dienstag bei Celtic Glasgow chancenlos sein dürften. 1860 ließ kaum einen Zweikampf oder ein Laufduell aus, um die eigene Bereitschaft zur Hingabe zu demonstrieren.

Bedauerlich, „dass die Spieler sich für ihr gutes Spiel nicht belohnen konnten“, sagte Götz und sah dabei so aus, als hätte er sich selbst auch eine Belohnung gegönnt. Was dem im Wege stand, war: Roy Makaay. Der Niederländer köpfte eine Flanke von Roque Santa Cruz aus sechs Metern ein (34.). In der zweiten Hälfte blieb Sechzig das aktivere Team, auch nachdem Schiedsrichter Herbert Fandel das Spiel mit zehn gegen zehn fortsetzen ließ (60.). Andreas Görlitz hatte Hasan Salihamidzic umgerissen und Gelb-Rot erhalten, den Gefoulten schickte Fandel gleich mit vom Feld. „Jeder Mensch macht Fehler“, sagte Salihamidzic nachher generös, um dann mit strengem Blick zu fordern, „dass er die Größe hat, seinen Fehler einzugestehen“. Nach Betrachtung der TV-Bilder gehorchte Fandel: Während des Spiels habe er eine Tätlichkeit gesehen, „das war ein Irrtum“. Auf den Lauf des Spiels hatte die Fehlentscheidung keinen Einfluss. Santa Cruz und Makaay vergaben die einzigen Konterchancen der Bayern, Oliver Kahn verhinderte mit glänzenden Reaktionen gegen Benjamin Lauth und Sammy Kuffour den Ausgleich.

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