Sport : Rote Ampel übersehen

Russinnen bei Bob-Unfall am Königssee verletzt

Königssee - Vor dem schweren Bob-Unfall auf der Kunsteisbahn in Königssee am Montag haben die russischen Sportlerinnen beim Training eine rote Ampel übersehen. Der Zweierbob sei ohne Freigabe gestartet, während zur gleichen Zeit am oberen Start der russische Zweierbob der Männer bei Grün losfuhr, hieß es am Dienstag nach ersten polizeilichen Ermittlungen. Nach Angaben des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) ist es technisch unmöglich, dass auf der Bahnanlage zwei Ampeln gleichzeitig auf Grün geschaltet werden.

Der Frauenbob war hinter einer Kurve namens „Echowand“ gestürzt und in Richtung Ziel gerutscht. Der 390 Kilo schwere Männerschlitten raste dann ungebremst in den umgekippten Bob und schob ihn noch rund 50 Meter vor sich her. Bei dem Zusammenstoß im Training zum Europacup wurde die 20-jährige Bremserin schwer verletzt. Sie erlitt einen offenen Oberschenkelbruch und mehrere Frakturen im Nieren- und Bauchbereich und wurde mit einem Rettungshubschrauber ins Traunsteiner Klinikum geflogen. Die drei anderen Sportler wurden nach Bad Reichenhall ins Krankenhaus gebracht.

Am Königssee wurden Erinnerungen an den tödlichen Unfall am 12. März 2004 wach, als Yvonne Cernota mit ihrem Zweierbob in der Ausfahrt „Echowand“ nach einem Fahrfehler verunglückte. Schockiert war auch der deutsche Cheftrainer Raimund Bethge, der am Montag beim Training an der Bahn war. Bethge wurde am 30. November 2005 auf der Olympia-Bahn in Cesana von einem australischen Bob mit voller Wucht erfasst und verletzt. Bis heute leidet er gesundheitlich an den Folgen des Unfalls. dpa

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