Sport : Rotes Nachspiel

Das 0:1 des HSV wird zur Nebensache, weil sich van der Vaart danebenbenimmt

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Holger Fach war nicht mehr zu halten. Freudig hüpfte er nach dem Abpfiff auf dem Rasen der AOLArena herum, seine Krawatte flog wie ein Fähnchen am Hals hin und her. Aber nicht lange. Da bekam der Trainer des VfL Wolfsburg im Knäuel der sich nach dem Abpfiff heftig zankenden Spieler beider Mannschaften einen Stoß vor die Brust. Die Fernsehbilder wiesen Rafael van der Vaart, den holländischen Star des Hamburger SV, als Übeltäter aus. Fach taumelte, die Streitigkeiten arteten zum Handgemenge aus. Schiedsrichter Wolfgang Stark behielt offenbar noch den Überblick. Als sich die schlichtenden Gemüter auf dem Rasen durchgesetzt hatten, zitierte Stark erst den Wolfsburger Maik Franz, dann van der Vaart zu sich. Beiden zeigte er die Rote Karte – drei Minuten nach Spielschluss. Dass der HSV nach 19 Pflichtspielen erstmals wieder verloren hatte, und zwar 0:1 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg, geriet da fast zur Nebensache.

Franz und van der Vaart drohen nun längere Sperren, ihr Verhalten könnte vom Sportgericht als Tätlichkeit ausgelegt werden. Roy Präger, Teammanager des VfL und früher Stürmer beim HSV, kommentierte die Vorfälle einsilbig. „Unglaublich, unglaublich“, rief er immer wieder beim Gang in die Kabine. Klarer schilderte Fach das Handgemenge: „Ich war auf dem Rasen, wollte meinen Spielern gratulieren. Da sah ich Bojan Neziri Nase an Nase mit einem Hamburger stehen. Ich wollte die beiden trennen, da ging van der Vaart dazwischen und hat mich attackiert.“

Der sportliche Teil zuvor war nicht ganz so spektakulär wie das Nachspiel. Wolfsburg war durch ein Kopfballtor von Klimowicz früh in Führung gegangen. Der HSV war danach zwar überlegen, aber auch recht einfallslos. Wie es sich nach 19 nicht verlorenen Spielen mit einer Niederlage leben lässt, machte die erste Reaktion von Mittelfeldrenner David Jarolim deutlich. Das sei „richtig scheiße, zu verlieren“, sagte er, um dann in gewähltere Ausdrucksformen überzuwechseln. „Na ja, das ist richtig schlecht.“

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