Sport : Rotweingenuss am späten Abend

SCC-Volleyballer jagen wieder den VfB Friedrichshafen

Karsten Doneck

Berlin. Kaweh Niroomand feierte bei einem Bekannten Geburtstag. Kurz nach 22 Uhr – ein vorangegangenes Telefonat hatte seine Miene beträchtlich aufgehellt – genehmigte sich der Manager des Volleyball-Bundesligisten SC Charlottenburg noch ein Gläschen Rotwein extra. Das trank er auf das Wohl der Mannschaft. Betreuer Günter Trotz hatte ihm zuvor per Handy die Kunde übermittelt, dass der SCC beim bisherigen Zweiten Eintracht Mendig 3:0 (26:24, 25:21, 25:19) gewonnen hatte. Und Niroomand stellte beim Wein zufrieden fest: „Jetzt sind wir wieder halbwegs im Soll. Eine Niederlage hätte uns weit zurückgeworfen.“

Die SCC-Volleyballer waren vorher in der Tat etwas aus dem Gleis geraten. „Unser Ausrutscher in Düren“, so Niroomand, sowie die Sorgen um die Herzrhythmusstörungen bei Marko Liefke, der Seele der Mannschaft, schienen die ehrgeizigen Saisonpläne der Charlottenburger frühzeitig zu durchkreuzen. Ihre geplante Jagd auf den Abonnementmeister VfB Friedrichshafen schien schon beendet, ehe sie so richtig begonnen hatte. Liefke ist inzwischen wieder gesund, das unverhoffte Debakel des SCC gegen Düren durch den Erfolg in Mendig leicht geglättet.

Und es keimt neue Hoffnung beim SCC, weil auch Spieler, die bisher eher im Verborgenen an ihrer Spielkunst arbeiteten, plötzlich in der Bundesliga ihr Reifezeugnis ablegen. Wie zum Beispiel Manuel Rieke. Der 20-jährige Zuspieler hatte in Mendig einen seiner bisher seltenen ganz großen Auftritte. SCC-Trainer Mirko Culic wechselte ihn im ersten Satz ein, die Charlottenburger lagen 20:23 zurück. Rieke brachte in dieser Phase, da der Satz schon so gut wie verloren war, hintereinander fünf Aufschläge ohne Fehler durch, darunter waren zwei Asse. „Er hat uns die Wende gebracht“, lobte Niroomand.

Nun will der SCC auch wieder an der Vormachtstellung des VfB Friedrichshafen kratzen. „Das Erfolgserlebnis in Mendig hat die Mannschaft gebraucht“, sagt Niroomand und würde wohl gerne noch häufiger Siege mit Rotwein begießen.

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