Sport : Rudelbildung und Schwalben

Manfred Amerell

17 Spieltage, 153 Spiele, unzählige Fouls und verbale Scharmützel, viele Rudelbildungen und Schwalben, rassistische Vorfälle. Wie lief die Hinrunde für die Schiedsrichter, Herr Amerell?

Einer der Schwerpunkte waren die krass sportwidrigen Ellenbogenattacken. Die gesundheitsgefährdenden Grätschen von hinten gibt es zum Glück nur noch selten. Bei den Ellenbogenschlägen, von denen viele im Rücken der Schiedsrichter passieren, waren die Fernsehbeweise sehr wertvoll. Man kann die Spieler deswegen früh im Spiel ansprechen und ermahnen: Ihre Emotionen sind auf dem Platz stärker als die Einsicht. Das macht sich auch bei den vielen Unsportlichkeiten bemerkbar.

Die Rudelbildungen sind zwar nicht weniger geworden, werden aber trotz aller Strafen weiter vorkommen. Dann wie in England lange und demonstrativ mit einzelnen Spielern zu reden, hilft da auch nicht. Wir sind kein Debattierklub. Die Bereitschaft der Spieler, Ermahnungen zu beachten, ist ohnehin stark zurückgegangen. Trotzdem ist kein Spiel aus dem Ruder gelaufen, auch weil rechtzeitig Karten gezeigt wurden. Probleme machen vielmehr die Schwalben, bei vielen Zweikämpfen, bei denen der Angreifer in den Verteidiger fällt, kommt die schnelle Bewertung ohne Zeitlupe inzwischen einer Tombola gleich. Da würde auch ein Headset, das die Schiedsrichter bei internationalen Spielen benutzen, nicht helfen. Viele empfinden das als störend und nehmen deshalb keins. Es ist im Stadion ohnehin so laut, dass man auch rassistische Rufe kaum wahrnehmen kann.

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