Sport : Rudi Assauer bleibt vorerst im Amt Hat Schalkes Manager Interna weitergegeben?

Richard Leipold

Gelsenkirchen – Rudi Assauer hat wieder einen Matchball abgewehrt. Der Manager des FC Schalke 04 behält seinen Job vorerst. Das ist das Ergebnis einer Vorstandssitzung. Vorher hatte das noch anders geklungen. Ein Sitzungsteilnehmer hatte gegenüber dem „Kicker“ quasi den Rauswurf der Schalker Ikone angekündigt. Assauer steht in dem Verdacht, Details über die Wirtschaftslage des hochverschuldeten Klubs an die Zeitschrift „Focus“ weitergeleitet zu haben. „Im Grunde gibt es keinen Zweifel mehr.“ Wenn Assauer die Geschichte lanciert habe, gebe es keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit, „keinen einzigen Tag mehr“.

Ganz so dramatisch wurde es dann doch nicht. Als der Vorstandsvorsitzende Gerd Rehberg nach mehreren Stunden die Sitzung verließ, sagte er, es gebe „nichts Sensationelles zu berichten“. Natürlich sei über das Thema gesprochen worden. „Aber Sie sehen, ich habe kein blaues Auge, es gab keine Schlägerei. Rudi Assauer ist noch im Amt. Warum auch nicht?“ Andere Vorstandsmitglieder waren nicht zu erreichen. So stellte sich am Nachmittag die Frage, ob es die Ruhe vor oder nach dem Sturm war. „Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich niemals für solche Dinge hergeben würde. Solche Unterstellungen enttäuschen mich zutiefst“, sagte Assauer. Diese Unterstellungen sollen aus Aufsichtsrat und Vorstand gekommen sein. Am Wochenende hatte eine „Focus“-Vorabmeldung die Schalker aufgeschreckt. Der Bericht gipfelte in der Vermutung, „die klammen Knappen“ hätten am Rand der Insolvenz gestanden und die Zahlungsunfähigkeit nur dank der Darlehen verschiedener Privatleute abwenden können. Das Blatt meldete Zahlen, die nur ein Insider mit Kenntnis der wesentlichen Zahlen haben kann.

Der Verdacht, dieser Informant zu sein, richtete sich gegen Assauer, weil bekannt wurde, daß er sich am 7. Mai mit einem hochrangigen Sponsorenvertreter, einem „Focus“-Journalisten und einem Rechtsanwalt getroffen haben soll. Das Treffen fand im Düsseldorfer Privathaus von Michael Huber statt. Huber ist Generalbevollmächtigter des sauerländischen Bierbrauers Veltins und Assauer angeblich nicht nur wegen dessen Rolle in verschiedenen Werbespots verbunden. Der Veltins-Manager, dessen Firma zweitwichtigster Werbepartner des Klubs ist, bestätigte das Treffen in seinem Haus. „Nachdem ich erfahren hatte, dass Focus vertrauliche Interna vorliegen, habe ich ein Gespräch mit dem Management vorgeschlagen. Damit sollte zur Klärung bereits vorher lancierter Redaktionsinformationen beigetragen werden.“

Dieser Hinweis stützt Assauers Verteidigungslinie, wonach er in jenem Gespräch nur mit Zahlen und Daten konfrontiert worden sei, die der Zeitschrift ohnehin bekannt gewesen seien. Das Verhältnis zu Veltins wollen offenbar auch Assauers Gegner nicht gefährden. „Unser Vorstand ist zu dem Ergebnis gekommen, dass an sämtlichen Spekulationen, die unser intaktes Verhältnis belasten könnten, nichts dran sei“, sagte Clemens Tönnies, der Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke 04, der Rudi Assauer am Wochenende noch Vertrauensbruch vorgeworfen hatte.

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