Rudi Assauer : "Schalke wird zum 'Popelverein'"

Bundesligist Schalke 04 ist, nach Meinung von Ex-Manager Rudi Assauer, auf dem besten Weg wieder ein "Popelverein" zu werden. Seinen erzwungenen Abschied hingegen hat der ehemalige Macher des Vereins noch nicht verwunden.

Hamburg - Vor dem Hintergrund der "Stille-Post-Affäre" um Fußball-Nationalspieler Gerald Asamoah übt Ex-Manager Rudi Assauer scharfe Kritik an den Vereinsverantwortlichen vom FC Schalke 04. "Im Moment sieht es leider danach aus, als sei der Klub wieder auf dem Weg, der alte 'Popelverein' zu werden", sagte der 62-Jährige der "Bild"-Zeitung. Zwar kenne er nicht die letzten Details. Die Außendarstellung der Verantwortlichen sei bisher aber "katastrophal" gewesen. Er hoffe sehr, dass sein Nachfolger Andreas Müller "die Ruhe behält und den Laden ganz schnell wieder in Griff bekommt".

Der Fall Asamoah hatte in den vergangenen Tagen erhebliche Differenzen zwischen den zerstrittenen Mannschaftsfraktionen ans Tageslicht gebracht. Der Nationalstürmer soll in einem Gespräch mit dem türkischen Nationalstürmer Halil Altintop angedroht haben, dass er Trainer Mirko Slomka in der Öffentlichkeit Probleme bereiten werde, sollte er nicht bald wieder Stammspieler sein. Diese Aussagen waren über Altintop und dessen Berater Roger Wittmann an Müller weitergeleitet worden, worauf Asamoah für die Partie bei Hertha BSC Berlin (0:2) suspendiert wurde.

Assauer verurteilte die massive Cliquenwirtschaft in der Mannschaft aufs Schärfste. Es sei "erstaunlich" und "unmöglich", dass so viel aus der Kabine nach draußen dringe. Die Gerüchte, dass auf Schalke Spieler der Wittmann-Agentur Rogon bevorzugt werden, wollte Assauer dagegen nicht zerstreuen. "Sagen wir mal, und das war auch schon zu meiner Zeit so, er will seine Schützlinge natürlich auf dem Platz sehen. Und da redet er sie halt ein bisschen schön..." Wittmanns Spieleragentur Rogon hat gleicht acht Schalker Profis unter Vertrag.

Seinen erzwungenen Rücktritt als Schalke-Manager hat Assauer indes auch nach rund vier Monaten nicht überwunden. "Ich denke immer noch, dass alles nur ein böser Traum ist. Sicher ist, dass meine Verabschiedung keinen Stil hatte", beklagte der frühere "Mister Schalke". Assauer war am 17. Mai als Manager und Vorstandsmitglied zurückgetreten, nachdem sich der Aufsichtsrat einstimmig gegen eine weitere Zusammenarbeit ausgesprochen hatte. Assauer war bereits von 1981 bis 1986 Manager der "Königsblauen". Seine zweite Amtszeit dauerte von 1993 bis 2006. Seit 1994 gehörte er zudem dem Vorstand an. (tso/ddp)

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