Sport : Rückgriff auf den Altstar

Türkei lässt Hakan Sükür gegen Schweiz stürmen

Thomas Seibert

Istanbul -Viel Zeit zum Schlafen hat sich Fatih Terim nicht gegönnt in den vergangenen Tagen. Jeden Abend hat sich der türkische Fußball-Nationaltrainer bis tief in die Nacht hinein Aufzeichnungen von Spielen der Schweizer Auswahl angeschaut und gemeinsam mit seinem Stab analysiert. Nach 240 Stunden Studien am Fernseher glaubt Terim, ein ziemlich genaues Bild von dem Gegner gewonnen zu haben, gegen den die Türken heute in Bern das Play-Off-Hinspiel um die Qualifikation zur Fußball-WM in Deutschland bestreiten. Die Aufstellung der Türken ist wegen der Verletzung einiger Stammspieler und mehrerer Sperren noch offen. Fest steht aber, dass das Spiel nichts für zarte Gemüter wird. Denn Terim gab die Parole aus: Wer in Bern nicht hart genug spielt, wird beim Rückspiel in einer Woche in Istanbul nicht aufgestellt.

In den Qualifikationsspielen haben sich die Türken als äußerst auswärtsstark erwiesen: Bei ihren Auftritten in Griechenland, Georgien, Albanien, Dänemark, Kasachstan und in der Ukraine verlor die Türkei kein einziges Spiel, sondern kam auf vier Siege und zwei Unentschieden. In Bern will Terim diese Serie fortsetzen.

Ein Erfolg über die Schweiz ist für die Türken Pflicht. An die Möglichkeit, dass der WM-Dritte von 2002 beim Weltturnier 2006 in Deutschland nicht dabei sein könnte, mag in der Türkei niemand denken. Die Gruppenspiele verliefen für die Türkei jedoch schwieriger als erwartet. So schlecht war die Leistung, dass Nationaltrainer Ersun Yanal mitten in der Qualifikation gefeuert und durch Terim ersetzt wurde. Terim, der von seinen Landsleuten als „Imperator“ verehrt wird, errang mit dem Uefa-Cup-Sieg von Galatasaray im Jahr 2000 den bisher einzigen Triumph eines türkischen Vereinsteams bei einem internationalen Turnier. Als Nationaltrainer schaffte Terim immerhin die Play-Off-Runde.

Nun brütet Taktiker Terim über der richtigen Aufstellung für das Spiel in Bern. Mittelfeldstar Yildiray Bastürk von Hertha BSC ist ebenso verletzt wie sein Mittelfeldkollege Ibrahim Akin von Besiktas Istanbul. Emre Belözoglu (Newcastle) und Hamit Altintop (Schalke) sind gesperrt. Auch der Einsatz von Stürmer Hasan Sas, der bei der WM vor drei Jahren zum Star wurde, sowie von Verteidiger Tolga Seyhan ist ungewiss.

Als sicher gilt dafür der Auftritt von Stürmer-Legende Hakan Sükür. Zu dem erfahrenen Sükür gebe es einfach keine Alternative, schrieb die Zeitung „Vatan“ über den 34 Jahre alten Stürmer, den einige türkische Fußballfans inzwischen für zu alt halten.

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