Sport : Rückkehr eines Stürmers

Dank Mike Hanke besiegt Hannover den HSV 3:2

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Suchbild mit Torschütze. Die 96-Spieler bejubeln den Führungstreffer. Foto: dapd
Suchbild mit Torschütze. Die 96-Spieler bejubeln den Führungstreffer. Foto: dapdFoto: dapd

Hannover - Das Jubeln auf dem Zaun fiel ihm ein wenig schwer. Mike Hanke, der Hannover 96 gerade zu einem 3:2 (1:1)- Heimsieg gegen den Hamburger SV geköpft hatte, musste sich von den Fans erst erklären lassen, wie man eigentlich ein Megafon bedient. Das Tor eines Stürmers, der in den vergangenen Wochen nur auf der Ersatzbank gesessen hatte und plötzlich vor den Fans singen sollte, beendete ein kurioses Spiel. Die starken Hamburger hatten schon mit 2:1 geführt, scheiterten aber an ihrer ungenügenden Chancenverwertung und an der Verbissenheit von Hannover 96. „Für unsere Ansprüche ist das viel zu wenig“, sagte HSV-Trainer Armin Veh, der angesichts von lediglich fünf Siegen in 13 Spielen ein Problemfall der Fußball-Bundesliga bleibt.

Mit dem erst 18 Jahre alten Muhamed Besic musste Veh mangels personeller Alternativen einen ungeübten Jungprofi aufbieten. Und das hatte Folgen. Nach einer halben Stunde ebnete der Innenverteidiger seinem Gegenspieler Lars Stindl in einer harmlosen Situation den Weg zum 1:0 für Hannover. Die Niedersachsen hatten sich die Führung verdient, weil sie vor 49 000 Zuschauern zunächst die engagiertere Mannschaft waren. Pitroipa hatte dem zumindest seine außergewöhnliche Technik entgegenzusetzen. Einem Solo an der Außenlinie, bei dem er mehrere Abwehrspieler narrte, ließ er einen Querpass folgen. Und der Südkoreaner Heung Min Son hatte keine Mühe, kurz vor der Pause das 1:1 zu erzielen.

Was schleppend begonnen hatte, endete als richtig gutes Fußballspiel. Und das lag zunächst daran, dass der 18 Jahre alte Son, gerade von einem Fußbruch genesen, nach einer perfekten Flanke von Pitroipa auch das 2:1 für den Gast köpfte. Doch das schönste Tor des Tages ließ Christian Schulz folgen. Der Defensivspezialist überlistete HSV-Torhüter Jaroslav Drobny mit einem sehenswerten Fallrückzieher, der sich im hohen Bogen zum 2:2 ins Tor senkte. Die Hamburger versäumten es danach, eine ihrer vielen Gelegenheiten zum Sieg zu nutzen – was vor allem für Pitroipa galt. Der eingewechselte Hanke benötigte nur 17 Minuten auf dem Platz und zwei Chancen, um das 3:2 zu erzielen. „Wir waren der glückliche Sieger“, sagte Hannovers Trainer Mirko Slomka zu dem Erfolg und seiner entscheidenden Einwechslung des zuletzt ungeliebten Hanke. Christian Otto

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