Rückkehr zu den Eisbären : Don Jackson: „Ich habe Berlin geliebt“

Erfolgstrainer Don Jackson kehrt am Sonntag mit seinem neuen Klub aus Salzburg nach Berlin zurück. Im Interview mit dem Tagesspiegel spricht der ehemalige Coach der Eisbären Berlin über seine Tätigkeit in Österreich - und natürlich auch über das bevorstehende Spiel in der European Trophy.

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Don Jackson, wie gut haben Sie sich schon in Salzburg eingelebt?

Es ist interessant hier, manchmal auch noch etwas komisch für mich. Salzburg ist so viel kleiner als Berlin, aber sehr schön. Aber ich habe Berlin geliebt.

Im Juni haben Sie nach sechs erfolgreichen Jahren die Eisbären verlassen, um zu Red Bull Salzburg zu wechseln. Warum eigentlich, wenn Ihnen Berlin so am Herzen liegt?

Ich hatte die Gelegenheit, zu einer anderen großen Organisation zu gehen. Und das ist Red Bull genauso wie die Anschutz-Gruppe...

Der Eigner der Eisbären...

In Salzburg habe ich interessante Aufgaben, kann aufbauen, habe die Chance, viele talentierte Spieler zu entwickeln.

Die Chance hatten Sie in Berlin auch, oder?

Ja, aber es war einfach an der Zeit, etwas Neues zu machen. Sechs Jahre sind eine lange Zeit im Profieishockey. Als ich 2005 zunächst als Co-Trainer zu den Eisbären kam, dachte ich, dass ich nur kurz in Europa bleiben würde. Aber dann wurde es eine ganz lange, wundervolle Erfahrung. Und ich bin ja immer noch in Europa, weil es mir hier so gut gefällt.

Sie hatten nach dem Gewinn des fünften Meistertitels im April gesagt, Sie würden so lange ein Eisbär bleiben, bis ihnen die Eisbären sagen würden, Sie seien kein Eisbär mehr. Erinnern Sie sich daran?

Natürlich. Aber die Situation hat sich danach geändert für mich. Glauben Sie mir, die Entscheidung, zu gehen, war nicht einfach. Es war eine emotionale Geschichte mit Manager Peter John Lee und mir. Peter war das Fundament des Erfolges in Berlin, er hat einen großartigen Job gemacht.

Am Sonntag spielen Sie im Rahmen der European Trophy mit Salzburg bei den Eisbären. Wie sieht denn Ihre Gefühlslage vor der Rückkehr nach Berlin aus?

Ach, daran habe ich noch keinen Gedanken verschwendet. Wir sind so beschäftigt hier in Salzburg. Im Dezember wollen wir wieder nach Berlin kommen, zum Finalturnier der Trophy. Also brauchen wir natürlich einen Sieg am Sonntag.

Ihr Erbe, das Jeff Tomlinson bei den Eisbären antritt, wiegt schwer. Was würden Sie ihm raten?

Ich kenne Jeff gut, er wird seinen Job schon machen.

Sechs Jahre in Berlin. Don Jackson.
Sechs Jahre in Berlin. Don Jackson.Foto: DAPD

Tomlinson versucht zurzeit das System umzustellen, er will defensiver spielen, als die Eisbären unter Ihnen das gemacht haben. Was halten Sie davon?

Er soll das ruhig mal probieren. Es ist immer gut, wenn Bewegung in eine Mannschaft kommt. Und ich würde nicht überbewerten, dass die Eisbären in der Trophy so oft verloren haben, sie hatten schließlich viele Verletzte.

Das Gespräch führte Claus Vetter.

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