Sport : Rückschlag ohne Schaden

Die Eisbären verlieren 2:3 nach Verlängerung in Frankfurt, bleiben aber Erster

Tom Hoffmann[Frankfurt am Main]

Die Eisbären sind und bleiben in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) das Maß aller Dinge. Doch im Spitzenspiel am Sonntag bei den Frankfurt Lions hat die Mannschaft von Trainer Don Jackson den Kürzeren gezogen: 2:3 nach Verlängerung (0:0, 1:2, 1:0, 0:1) stand es am Ende eines abwechslungsreichen Nachmittags, in dessen Verlauf sich die 7000 Zuschauer im Stadion am Ratsweg bestens unterhalten fühlten. Den entscheidenden Treffer in der Overtime erzielte Chris Taylor. Die Berliner behaupteten ungeachtet der knappen Niederlage mit 67 Punkten den ersten Tabellenplatz, doch der Vorsprung vor den Hessen, die neben Köln zu ihren ärgsten Verfolgern zählen, schmolz auf vier Zähler zusammen.

Jackson nahm den Rückschlag äußerlich unaufgeregt zur Kenntnis. Er sprach von einem „guten Match meiner Leute“, die sich durch zu viele Disziplinlosigkeiten selbst um den Lohn gebracht hätten: „Auf der Strafbank gewinnst Du kein Match“, sagte er. In Frankfurt zu verlieren sei aber grundsätzlich „kein Weltuntergang, das ist schon anderen in diesem Jahr passiert“. Seinem Kollegen Rich Chernomaz war hingegen die Zufriedenheit über den Coup anzusehen. Richtig stolz sei er darüber, wie man „die schnellste Mannschaft und den besten Angriff der DEL“ in Schach gehalten habe, sagte der Kanadier. „Wer die Eisbären schlägt, kann sich glücklich schätzen“.

Im zweiten Abschnitt, als sich die durch viele Strafzeiten aufgekommene Hektik des Anfangsdrittels vorübergehend ein wenig gelegt hatte, gelang Frankfurt durch Ilja Worobjew die Führung. Allerdings währte die Freude nicht allzu lange, denn wie schon so oft in dieser bisher so beachtlich verlaufenen Runde zeigten die Eisbären Moral – und schlugen prompt im Stil eines Topteams zurück: Eine 5:3-Überzahlsituation ließ sich Andy Roach nicht entgehen.

Aber auch die Lions unterstrichen, warum sie sich weiterhin so prächtig aus der Affäre ziehen: Der Aufschwung ist nicht zuletzt auf die beeindruckende Erfolgsquote im Powerplay zurückzuführen. Chris Armstrong traf zum 2:1, während der Berliner Nathan Robinson auf Geheiß von Referee Martin Reichert auf der Strafbank sein Mütchen kühlen durfte. Wieder reagierten die Eisbären gelassen und kamen durch Deron Quint zum 2:2. Bis zum Ende der regulären Spielzeit verwalteten beide Seiten den Zwischenstand, ehe die Frankfurter dank Taylors Tor nach 23 Sekunden in der Verlängerung doch noch einen glücklichen Sieg erreichten.

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