Sport : Ruf der Lockvögel

Karsten Doneck wünscht sich mehr große Namen in der Bundesliga

Karsten Doneck

Rafael van der Vaart macht noch Urlaub. An geheimem Ort, irgendwo in Südeuropa. In Spanien vielleicht? Das würde wenigstens etwas frischen Dampf in die Gerüchteküche bringen. Aktuell soll angeblich Atletico Madrid 15 Millionen Euro geboten haben, um den Star des Hamburger SV zu bekommen. Van der Vaarts Reaktion: So wie es aussehe, ließ er gestern wissen, werde er noch ein weiteres Jahr beim HSV spielen.

Gut für Hamburg. Gut auch für die Fußball-Bundesliga insgesamt. Namen von ausländischen Stars wie Rafael van der Vaart, Franck Ribéry, Luca Toni oder Diego beleben das Geschäft nicht nur finanziell. Ihre Leistungen wecken die Neugier der Fans auch außerhalb des Landes, sie heben den sportlichen Wert der Liga. Sie sind ein gutes Argument, wenn es darum geht, weitere herausragende internationale Spieler anzulocken.

In der Champions League bilden Klubs wie der FC Chelsea, der AC Mailand oder der FC Barcelona längst einen dominanten „Inner Circle“, in den nur selten ein Außenseiter Zutritt findet. Wenn’s da ernst wird, ist die Bundesliga längst aussortiert. Das kann sich ändern, nach und nach. Wenn Stars wie van der Vaart, Ribéry, Toni und Diego sich tatsächlich festspielen in der Bundesliga, setzen sie auch ein Signal. Fußballgrößen anderer Länder könnten erkennen, dass in Deutschlands höchster Liga nicht nur gebolzt wird, dass diese Klasse neben finanzieller Sicherheit auch ihren sportlichen Reiz haben kann. Ist das zu idealistisch gedacht? Rafael van der Vaarts Verbleib beim HSV zeugt eher vom Gegenteil.

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