Sport : Ruhige Hand statt Gipsfuß

Albas Aufbauspieler DeJuan Collins glänzt nach zweimonatiger Verletzungspause

Helen Ruwald

Berlin. Nervosität und Druck scheint der Mann mit der Nummer 15 nicht zu kennen. Drei Minuten waren in der Ludwigsburger Sporthalle noch zu spielen, Aufsteiger Ludwigsburg war in der Basketball-Bundesliga gegen Meister Alba Berlin gerade mit einer 10:0-Serie auf 82:72 davongezogen. Doch DeJuan Collins, der nach zweimonatiger Verletzungspause sein Comeback gab, hatte genug von all den Trauerspielen, die er von der Bank miterlebt hatte. Neun von zwölf Partien hatte Alba verloren, während der Aufbauspieler mit Gipsfuß herumhumpelte.

Collins verhinderte die Ludwigsburger Siegesfeier. Er traf und traf und traf. Mit sieben Zählern binnen einer Minute brachte er Alba auf 80:82 heran. Danach verwandelte er noch drei Freiwürfe und war mit einem Korbleger erfolgreich. Die Berliner gewannen nach 18-Punkte-Rückstand 89:88. Den entscheidenden Freiwurf verwandelte Marko Pesic drei Sekunden vor dem Ende. Doch der Mann des Tages war Collins. 25 Punkte in 25 Minuten Spielzeit schaffte er, davon zwölf in den letzten drei Minuten. Der 26-jährige US-Amerikaner verwandelte alle zehn Freiwürfe und holte drei Rebounds. Sein Auftritt war umso wichtiger, als Mithat Demirel, sein Kollege auf der Spielmacherposition, nur dreimal aus dem Feld auf den Korb warf – und kein einziges Mal traf.

„Collins hat eine sehr starke Leistung geliefert, auch in der Verteidigung. Dabei hat er erst seit zwei Wochen voll mit der Mannschaft trainiert“, sagt Trainer Emir Mutapcic. Im Testspiel gegen den Mitteldeutschen BC hatte sich Collins Ende November das rechte Fersenbein gebrochen, just zu einem Zeitpunkt, als er sich nach anfänglichen Problemen bei Alba eingewöhnt hatte. Zu Saisonbeginn war er vom Absteiger Tübingen nach Berlin gewechselt. Als Ersatz für Collins holte Alba John Celestand, dessen Vertrag Ende Februar ausläuft. Celestand hatte vor eineinhalb Wochen beim Sieg gegen Athen endlich den Durchbruch geschafft, bei der Niederlage in Zagreb aber stark enttäuscht. Für eine Vertragsverlängerung hat er sich nicht aufgedrängt. Schon gar nicht nach Collins’ Auftritt gegen Ludwigsburg.

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