Sport : Rummenigge: Die DFL muss Dienstleister sein FC Bayern streitet weiter mit

der Deutschen Fußball-Liga

Marcus Meyer

Frankfurt/Main. Was hatten sie sich nicht alles versprochen, die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und der FC Bayern München. Nach den Konflikten um Geheimverträge zwischen dem Rekordmeister und dem Kirch-Konzern wollte man etwaigen Missverständnissen künftig durch eine offenere Informationspolitik begegnen. Das waren hehre Absichten. Doch dabei blieb es auch. Wie sehr Kommunikation und Vertrauensverhältnis gestört sind, verdeutlichte gerade die Posse um einen angeblichen Namenssponsor für die Bundesliga. Als die Meldung, die DFL stünde kurz vor dem Verkauf des Namensrechts an Vodafone, die Runde machte, dementierte DFL-Kommunikationschef Michael Pfad hektisch. Es handele sich nicht um Namensrechte, die verkauft werden sollten, sondern um Vermarktungskooperationen „mit verschiedenen, teilweise bedeutsamen Marktteilnehmern". Darunter der britische Mobilfunkanbieter Vodafone, der zuvor als möglicher Liga-Sponsor im Gespräch war.

Doch bei den Klubs wurde längst spekuliert. Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge war irritiert: „Erst vor wenigen Wochen habe ich, als Gerüchte über einen Werbepartner Vodafone kursierten, DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub gesagt, dass wir da nicht mitmachen.“ Bei den Bayern ist Vodafone-Konkurrent Telekom Hauptsponsor. Etwa fünf Millionen Euro soll die mögliche Vermarktungs-Kooperation eines Unternehmens mit der Liga laut Rummenigge bringen: „Bei dieser Summe bleiben für jeden Bundesligisten kaum mehr als 200000 Euro. Das ist doch ein Tropfen auf den heißen Stein. Dafür ein Problem dieser Größenordnung zu kreieren, wäre lächerlich.“

Dass ein möglicher Liga-Gefährte Vodafone Ärger bringen kann, hätte die DFL ahnen können. Auch Stuttgart und Leverkusen haben mit Debitel und O2 Mobilfunkanbieter als Partner. Die Klubs fühlen sich übergangen. Es sei schwer, Geschäfte vor den Medien geheim zu halten, wenn alle Profivereine vorher informiert würden, argumentiert Pfad – dabei ist die DFL die Interessenvertretung der 36 Profiklubs der ersten und zweiten Liga. „Ich kenne niemanden in der Liga, weder in der ersten noch in der zweiten, der mit dieser DFL so richtig zufrieden ist“, sagt Rummenigge. „Die DFL hat sich als Dienstleister der Bundesliga zu verstehen und nicht als Selbstvermarkter darzustellen.“

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