Russisches Doping : Das IOC darf nicht auf Zeit spielen

Anstatt Russland für Rio zu sperren, kündigt das IOC weitere Prüfungen an. Doch die Zeit des Lavierens muss vorbei sein. Ein Kommentar.

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IOC-Chef Thomas Bach drückt sich um eine Entscheidung, die Russlands Präsident Wladimir Putin nicht gefallen würde. Foto: dpa
IOC-Chef Thomas Bach drückt sich um eine Entscheidung, die Russlands Präsident Wladimir Putin nicht gefallen würde.Foto: dpa

Der Weltsport befindet sich in seiner schwersten Krise seit Jahrzehnten. Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat Russland Staatsdoping nachgewiesen und empfohlen, alle russischen Sportler von Olympia auszuschließen. Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), versprach, das IOC werde „nicht zögern, die härtesten Sanktionen auszusprechen“. Doch dann tat Bachs Exekutivkomitee aber genau das: Es zögerte.

Anstatt Russland für Rio zu sperren, kündigte das IOC weitere Prüfungen und die Einrichtung einer Disziplinarkommission an. Bach und seine Kollegen wollen vor allem ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs am Donnerstag abwarten, russische Leichtathleten hatten gegen ihre Olympia-Sperre geklagt. Mit dieser Strategie schiebt das IOC die Verantwortung weiter und spielt auf Zeit.

Das IOC kann sich nicht um eine Entscheidung herumdrücken

Natürlich darf eine ganze Nation nicht leichtfertig von Olympia ausgeschlossen werden, doch die Beweislage gegen Russland ist erdrückend. Für das IOC ist die Zeit des Lavierens aber vorbei, im Fall Russland kann es sich um eine Entscheidung nicht herumdrücken. Die Zeit drängt, in 16 Tagen wird das olympische Feuer in Rio entzündet.

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