Sport : Rußland hat Pech, Südkorea vorne

Verletzungsbedingte Personalprobleme haben Russlands Kunstturner in der Qualifikation des Mannschafts-Wettbewerbes bei den Weltmeisterschaften im belgischen Gent die Führung gekostet. Die Olympia-Dritten von Sydney mussten mit 217,384 Punkten Südkorea (220,857) vorbeiziehen lassen. Rang drei nahm zunächst Großbritannien (208,085) ein. Beste Einzelturner waren die beiden Südkoreaner Yang Tae-Young (55,561) und Kim Dong-Hwa (55,285) vor dem ehemaligen Mehrkampf-Europameister Alexej Bondarenko (Russland) mit 55,074 Zählern. Wegen noch nicht ausgeheilter Blessuren waren Mehrkampf-Olympiasieger Alexej Nemow und Mehrkampf-Weltmeister Nikolai Krukow stark gehandicapt. Eine Ellenbogenverletzung hatte Ewgeni Podgorni schon am Donnerstag beim Podiumstraining außer Gefecht gesetzt. Erst am Montag greift Titelverteidiger und Olympiasieger China in den Wettkampf ein. Die Asiaten haben allerdings nur eine Nachwuchsriege nach Ost-Flandern geschickt. Die Riege des Deutschen Turner-Bundes muss ebenfalls erst am Montag an die Geräte.

Bei der Vorstellung der Russen waren vor 1000 Zuschauern in der Flanders Sports Arena die Noten von Krukow mit 7,900 am Barren nach zwei Stürzen und seine 8,500 an den Ringen sowie die 8,337 vom früheren Sechskampf-Europameister Alexei Bondarenko am Seitpferd indiskutabel. Für die höchsten Noten sorgten bei den Russen Krukow mit 9,675 am Seitpferd, Ewgeni Krilow mit 9,400 an den Ringen, Bondarenko mit 9,725 beim Sprung und 9,500 am Boden, Juri Tichonowski mit 9,000 am Barren, Olympiasieger Nemow mit sechs Flug-Elementen und 9,425 am Reck.

Die deutsche Riege startet mit gedämpften Hoffnungen bei der Weltmeisterschaft. Rainer Brechtken, Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB), sagte: "Gent ist die Durchgangsstation für Athen 2004. Durchkommen ist wichtig, richtig durchkommen." Die Athleten sollen bei den an diesem Montag beginnenden Titelkämpfen eine neue Ära einleiten. "Für viele von euch sind das die ersten Weltmeisterschaften, und da müsst ihr Wettkampfhärte zeigen", sagte Brechtken. Nach Platz acht bei den Männern 1999 bei der WM in Tianjin und 15 bei den Frauen sowie Rang zehn der Turner bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney sind große Sprünge in der Hierarchie nicht drin. "Platz 10 plus" erhofft Cheftrainer Rainer Hanschke trotz des verletzungsbedingten Ausstiegs des mehrmaligen Weltmeisters und Olympiasieger Waleri Belenki, der wahrscheinlich seine Karriere beenden wird.

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